Definition: Was ist Black Stain?
Bei dunklen Flecken auf den Zähnen denken wohl die meisten an eins: schlechte Mundhygiene. Doch das ist tatsächlich nicht immer der Fall – so zum Beispiel beim sogenannten Black Stain (übersetzt: schwarzer Fleck, in der Fachsprache “Melanodontie” genannt). Dabei handelt es sich um eine schwarze, grüne oder orangefarbene Verfärbung der Zähne, die vor allem im Kindes- und Jugendalter auftritt. Und zwar unabhängig davon, ob die betroffene Person sich gut und regelmässig die Zähne putzt.
Die unschöne, sehr fest haftende Farbveränderung legt sich meistens wie eine Girlande an den Zahnhalsbereich – also nahe dem Zahnfleisch. Im Erwachsenenalter verschwindet sie oft von selbst wieder. Warum? Das ist nicht bekannt. Die gute Nachricht: Die Flecken sind nicht schädlich für die Zähne – sie greifen sie nicht an. Und es gibt noch eine echte Überraschung: Black Stain schützt sogar vor Karies! Es gibt bereits Untersuchungen, die zeigen, dass Betroffene seltener unter Karies leiden.
Warum entsteht Black Stain?
Die Flecken auf den Zähnen entstehen durch farbgebende Bakterien, die sich auf den Zähnen ablegen. Die Verfärbung kommt dann durch eine Kombination aus Speichelbestandteilen und bakteriellen Stoffwechselprodukten zustande. Interessant ist, dass die bakteriellen Stoffwechselprodukte, die hier eine Rolle spielen, nur sehr wenige Menschen im Körper haben.
Karies oder Verfärbung? Black Stain erkennen
Viele Eltern bekommen einen gehörigen Schreck, wenn sich plötzlich schwarze Stellen am Zahn ihres Kindes zeigen. Verständlich! Denn verfärbte Zähne verbinden wir meist erst einmal mit Karies. Allerdings lässt sich Black Stain recht gut von einem Kariesbefall abgrenzen – durch den bereits erwähnten girlandenartigen Rand am Zahnfleisch, der sich auch durch intensives Zähneputzen nicht entfernen lässt.
Bei Karies sieht das anders aus. Sie entsteht durch Plaque – das ist ein weicher Zahnbelag, der sich auf den Zähnen bildet, wenn wir sie nicht ordentlich und regelmässig genug putzen. Mit der Zeit verhärtet er sich und wird zu Zahnstein. Aus beidem kann sich im Laufe der Zeit Karies entwickeln. Das zeigt sich dann allerdings nicht wie beim Black Stain als Verfärbung am Zahnfleischsaum über mehrere Zähne hinweg, sondern als kleiner schwarzer oder brauner Fleck an einem einzelnen Zahn; wenn überhaupt. Karies wird nämlich häufig zu Hause gar nicht selbst entdeckt, sondern erst beim Zahnarztbesuch aufgespürt.
Gut zu wissen:
Wusstest du, dass Milchzähne ganz besonders anfällig für Karies sind? Ihr Zahnschmelz ist nämlich nur halb so dick wie bei den bleibenden Zähnen. Wie Kinder richtig Zähne putzen und warum Löcher in den Milchzähnen auch Einfluss auf die “Erwachsenenzähne” haben können, liest du hier:
Black Stain diagnostizieren – das passiert beim Zahnarzt
Du bist als Mama oder Papa überzeugt davon, dass dein Kind nur von der harmlosen Melanodontie betroffen ist und keine andere Zahnerkrankung hat? Dann solltest du dennoch einen Zahnarzttermin machen. Die Expert:innen werden das Gebiss deines Kindes genau untersuchen und überprüfen, ob du mit deinem Verdacht richtig liegst. Meist reicht dem Zahnarzt oder der Zahnärztin dafür ein genauer Blick in den Mund, um zu erkennen, ob es sich um Black Stain oder um eine Zahnerkrankung handelt. Es kann aber auch UV-Licht zum Einsatz kommen, um den Verdacht zu bestätigen. In einigen Fällen kann der Arzt oder die Ärztin auch eine Röntgenaufnahme von den Zähnen machen, um den Zustand der Zähne umfassend zu überprüfen.
Nach der Untersuchung wird der Zahnarzt oder die Zahnärztin dich beraten, wie mit den harmlosen Flecken umzugehen ist. Auch wenn sie den Zähnen nicht schaden, sorgen sie häufig – vor allem bei älteren Kindern – für Scham und Selbstbewusstseinsprobleme. Das muss nicht sein. Wie man Black Stain behandeln kann, erfährst du im nächsten Abschnitt.
Melanodontie behandeln – Nicht nötig, aber oft gewünscht
Einen medizinischen Grund, Black Stain zu behandeln, gibt es in der Regel nicht – du hast bereits erfahren, dass die Verfärbung harmlos ist und den Zähnen nichts anhaben kann. Dennoch möchte wohl kaum jemand mit unschönen schwarzen Rändern am Zahnfleisch herumlaufen. Deshalb bietet der Zahnarzt oder die Zahnärztin üblicherweise mehrere Möglichkeiten der Entfernung an; je nach Schweregrad der Verfärbung.
Professionelle Zahnreinigung
In den meisten Fällen reicht es aus, eine professionelle Zahnreinigung durchführen zu lassen. Das ist eine Tiefen- und Intensivreinigung der Zähne, die Dental-Expert:innen in einer Zahnarztpraxis mit speziellen Instrumenten durchführen. Sie entfernen dabei sämtliche weiche und harte Beläge auf den Zahnoberflächen, in den Zahnzwischenräumen und in den sogenannten Zahnfleischtaschen, falls diese bei dir vorhanden sind. Zahnfleischtaschen bilden sich, wenn der Zahnhalteapparat durch
Gingivitis (Zahnfleischentzündung) und Parodontitis geschädigt ist. In diesem Fall löst sich das Zahnfleisch vom Zahn, wodurch sogenannte Zahnfleischtaschen entstehen. In ihnen können sich krankmachende Bakterien besonders gut einnisten und verstecken.
Eine professionelle Zahnreinigung kann auch bei Kindern durchgeführt werden. Sie kann dazu beitragen, dass sich die Verfärbungen durch Black Stain aufhellen. Regelmässige professionelle Zahnreinigungen können ausserdem dafür sorgen, dass sich die Melanodontie gar nicht erst ausgeprägt entwickelt. Wichtig aber zu wissen: Auch nach einer professionellen Zahnreinigung kann sich entfernter Black Stain wieder neu entwickeln. Deshalb kann es sinnvoll sein, die Zahnreinigung alle sechs Monate erneut durchführen zu lassen, um hier frühzeitig gegenzusteuern.
Gut zu wissen:
Du möchtest mehr darüber erfahren, was genau bei einer professionellen Zahnreinigung auf dich zukommt, wie effektiv sie ist und mit welchen Kosten du rechnen musst? Dann lies hier weiter:
Zahnaufhellungsbehandlungen
In manchen Fällen bleibt hartnäckiger Black Stain auch nach einer professionellen Zahnreinigung bestehen. In der Theorie gibt es Möglichkeiten, Zähne aufzuhellen. Doch dabei handelt es sich in der Regel um Anwendungen, die für Erwachsene gedacht sind. Von Black Stain sind aber fast ausschliesslich Kinder und Jugendliche betroffen. Für wen eine Zahnaufhellung in Frage kommt und welche Möglichkeiten es überhaupt gibt, kannst du in unseren Artikeln “Zahnverfärbungen: Woher sie kommen und wie sie verschwinden” und "Bleaching: Zähne bleichen – aber richtig!". nachlesen. Wichtig ist, dass du dich unbedingt von deinem Zahnarzt oder deiner Zahnärztin beraten lässt. Nur so bekommst du einen umfassenden und seriösen Überblick über einen gesunden Umgang mit Black Stain.
Black Stain vorbeugen – geht das?
Es ist nicht einfach, der Melanodontie vorzubeugen oder sie gänzlich zu verhindern. Menschen, die diese Veranlagung haben, können kaum gegensteuern. Deshalb ist der Tipp, besser auf die Mundhygiene zu achten, eher unpassend und häufig auch verletzend. Denn Black Stain kommt nicht durch schlechte Mundhygiene zustande. Dennoch ist es aber natürlich immens wichtig, dass Eltern frühzeitig beginnen, eine regelmässige und ausführliche Zahnhygiene mit ihren Kindern zu trainieren. So verhindern sie, dass sich Karies an den empfindlichen Milchzähnen bildet – und ja, die Hoffnung besteht, dass so der Black Stain keine grösseren Ausmasse annimmt. Bei regelmässigem Zähneputzen fällt nämlich die charakteristische ringelartige Verfärbung frühzeitig auf, sodass Eltern direkt reagieren und einen Zahnarzttermin vereinbaren können.
Kinderzähne richtig pflegen – ab dem ersten Milchzahn
Wie sieht die ideale Kinderzahn-Hygiene aus? Wichtig ist, dass sie sofort beginnt, sobald das erste Zähnchen durchgebrochen ist – das ist meist im Alter von ungefähr sechs Monaten der Fall. In diesem zarten Alter muss allerdings auch die Zahnpflege besonders zart sein, um die empfindliche Mundschleimhaut deines Babys nicht zu beschädigen.
Du kannst das Zähnchen entweder mit einem feuchten Tuch putzen oder zu einer sehr weichen Babyzahnbürste greifen; zum Beispiel zur Babyzahnbürste von Curaprox. Die Borsten sind so weich, dass eine Verletzung der Mundschleimhaut ausgeschlossen ist. Zusätzlich ist der Bürstenkopf weich gummiert.
Wenn Kinder spielerisch lernen, mit einer Zahnbürste umzugehen, ist die Chance gross, dass ihnen das Zähneputzen auch später nicht als Last vorkommt – und das ist wichtig. Denn wie du bereits erfahren hast, müssen auch Milchzähne vor Karies und anderen Krankheiten geschützt werden.
Gut zu wissen:
Wie putzt man kleine Milchzähnchen? Ab wann darf man Zahnpasta benutzen? Und: Welche Tipps und Tricks gibt es, dem Baby Spass dabei zu vermitteln? All das liest du hier:
Fazit: Black Stain ist harmlos, aber oft belastend – Kindern Mut machen!
Dein Kind gibt sich richtig viel Mühe beim Zähneputzen – und trotzdem bildet sich Black Stain? Das kann sehr frustrierend und auch belastend sein. Denn verfärbte Zähne sind auch für Kinder mit Scham behaftet. Jetzt ist es wichtig, deinem Kind zu verdeutlichen, dass es nichts falsch gemacht hat und sich die schwarzen Flecken am Zahn selbst bei bester Mundhygiene gebildet hätten. Versuche ausserdem, dein Kind zu stärken und ihm die Scham zu nehmen. Macht gemeinsam einen Zahnarzttermin und lasst euch gut beraten. Es gibt ganz bestimmt eine Lösung, um den Zähnen ihr Weiss zurückzugeben.
Quellen:
Ambos: Kinderschutzmedizin
Bartsch, Birgit: BLACK STAIN Epidemiologische Untersuchung und quantitativer Nachweis kario- und parodontopathogener Keime mittels Real-time-PCR, Dissertation, Status: 2010.
Deutsche Zahnarztauskunft: Melanodontie unschön aber nicht gefährlich
Praxis für Implantologie, Parodontologie und Ästhetische Zahnmedizin, Dr. med. dent. Thomas Petersen: Schwarze Zähne: Black Stain / Melanodontie - schwarze Zahnverfärbungen
Pschyrembel Online: Melanodontie.
Zukunftzahn GmbH: Black Stain – schwarze Zahnverfärbungen bei Kindern und Jugendlichen
Alles Websites letztmals aufgerufen am 29. Mai 2024.
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