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Kehlkopfkrebs: Symptome, Behandlung und Prophylaxe

Kehlkopfkrebs ist die dritthäufigste Krebsart im Kopf-Hals-Bereich. Männer sind deutlich häufiger davon betroffen. Der größte Risikofaktor für die Entstehung der bösartigen Tumore ist das Rauchen. Auf welche Symptome du achten solltest, wie sich Kehlkopfkrebs behandeln lässt und was du – außer, aufs Rauchen zu verzichten – noch tun kannst, um dein Risiko weitgehend zu senken, liest du hier.

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Jan 2024
https://curaprox.de/blog/post/kehlkopfkrebs-symptome-behandlung-und-prophylaxe
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https://curaprox.de/blog/post/kehlkopfkrebs-symptome-behandlung-und-prophylaxe

Kurzüberblick

  • Kehlkopfkrebs entsteht vor allem durch Zigaretten- und Alkoholkonsum.
  • Männer erkranken deutlich häufiger als Frauen. Bei Kindern und Jugendlichen ist die Krebsform sehr selten. Erstes Anzeichen der Erkrankung kann Heiserkeit sein. Die Symptome können anfangs banalen Entzündungen ähneln, sodass die Krankheit häufig nicht im Frühstadium erkannt wird.
  • Wird ein bösartiger Tumor im Kehlkopf sehr früh entdeckt, kann er gut heilbar sein; insbesondere dann, wenn er noch nicht in die Lymphknoten gestreut hat. Je später die Diagnose gestellt wird, desto niedriger sind die Heilungschancen.

Kehlkopfkrebs: Was ist das eigentlich?  

Der medizinische Fachbegriff für Kehlkopfkrebs lautet Larynxkarzinom. Das Wort “Larynx” stammt aus dem Altgriechischen und beschreibt den Kehlkopf. Die Bezeichnung “Karzinom” ist den meisten Menschen vertrauter: Sie leitet sich vom ebenfalls altgriechischen Wort “Karkinos” (Krebs) ab.

Einem besonders hohen Risiko, an Kehlkopfkrebs zu erkranken, sind Menschen ausgesetzt, die rauchen und/oder Alkohol trinken. Die Tücke dieser bösartigen Krebsform: Die ersten Anzeichen und Symptome können banalen Entzündungen ähneln. Deshalb bringen Ärzt:innen und Patient:innen sie nicht immer sofort mit einer Krebserkrankung in Verbindung, was eine Verzögerung der Diagnostik bedeutet – und damit zu schlechteren Heilungschancen führen kann. Das ist besonders tragisch, weil Vor- und Frühstadien des Kehlkopfkrebses durch minimalinvasive Eingriffe mit sehr gutem Erfolg behandelt werden können.

Ein starkes Anzeichen für eine mögliche Kehlkopfkrebs-Erkrankung ist Heiserkeit; aber auch Schluckbeschwerden. Das gilt vor allem für Raucher:innen. Wer länger als zwei Wochen darunter leidet, sollte sich unbedingt durchchecken lassen.

Häufigkeit: Männer bedeutend öfter betroffen

Nach dem Mundhöhlen- und Rachenkarzinom stehen die bösartigen Tumore am Kehlkopf an dritter Stelle der am häufigsten auftretenden Krebsformen im Kopf-Halsbereich. Man muss jedoch auch betonen, dass Tumore im Kopf-Hals-Bereich insgesamt recht selten auftreten.

An Kehlkopfkrebs erkranken vorwiegend Männer. Bei ihnen tritt der bösartige Tumor siebenmal so häufig auf wie bei Frauen. Noch konkreter: In Deutschland erhalten im Jahr rund 3’600 Männer und 500 Frauen die Diagnose Kehlkopfkrebs. Statistisch betrachtet, sind die Betroffenen dann zwischen 50 und 70 Jahre alt.

Bei Kindern und Jugendlichen kommt Kehlkopfkrebs sehr selten vor. Weniger als zehn Kinder und Jugendliche erkranken pro Jahr in Deutschland an dieser Krebsform.

Blick auf die Anatomie: So funktioniert der Kehlkopf

Um die Krankheit Kehlkopfkrebs richtig verstehen zu können, müssen wir einen kurzen Blick auf den Kehlkopf und seine Aufgaben werfen:

Den Kehlkopf können wir recht gut von aussen an unserem Hals ertasten. Dennoch handelt es sich um ein Organ, dessen Aussehen viele Menschen nicht sofort vor Augen haben – anders als beispielsweise beim Herzen oder der Lunge. Die nachfolgende Illustration hilft dir, eine Vorstellung vom Aufbau des Kehlkopfes zu bekommen.

Der Kehlkopf bildet den oberen Abschluss der Luftröhre (Trachea). Seine Funktion ist die Trennung von Luft- und Speiseweg. So verhindert er, dass Nahrung oder Fremdkörper in die Luftröhre gelangen können. Die zweite Funktion des Kehlkopfes ist die Stimmbildung.

Das Kehlkopfgerüst besteht aus Knorpeln, die du ganz leicht erspüren kannst, wenn du an deinen Hals fasst. Gut ertasten kannst du den sogenannten Schildknorpel und den Ringknorpel.

Kehlkopfkrebs entsteht auf der Schleimhaut des Kehlkopfes, den man in drei Bereiche einteilt:

  • Supraglottis (Bereich des Kehlkopfes oberhalb der Stimmlippen)
  • Glottis (Stimmlippen)
  • Subglottis (Bereich unterhalb der Stimmlippen)

Auf der Schleimhaut aller drei Bereiche kann sich ein bösartiger Tumor des Larynx bilden. Abhängig davon, an welcher Stelle der Tumor entsteht, spricht man von einem

  • supraglottischen Karzinom (oberhalb der Stimmlippenebene)
  • glottischen Karzinom/Stimmbandkarzinom (auf der Stimmlippenebene)
  • Subglottischen Karzinom (unterhalb der Stimmlippenebene)

Am häufigsten treten die Tumore an der Glottis auf. Am seltensten bildet sich der Krebs an der Subglottis.

Ursachen und Risikofaktoren: Rauchen ist grösste Gefahr

Wie entsteht Kehlkopfkrebs? Die Risikofaktoren haben wir hier für dich zusammengefasst. Die gute Nachricht: Vor den meisten kannst du dich selbst aktiv schützen.

Zigaretten- und Alkoholkonsum

Raucher:innen haben das grösste Risiko, an Kehlkopfkrebs zu erkranken. Aber auch der regelmässige Konsum von Alkohol erhöht das Risiko deutlich. Wer sowohl raucht als auch trinkt, hat sogar ein bis zu 30-fach erhöhtes Risiko, Kehlkopfkrebs zu entwickeln.

Unter Einfluss von Alkohol entstehen insbesondere supraglottische Karzinome (also oberhalb der Stimmlippenebene). Raucher:innen entwickeln hingegen häufiger glottische Karzinome, also Tumore, die auf der Stimmlippenebene sitzen.  

Berufsbedingte Risikofaktoren

Menschen, die mit Asbest umgehen müssen, haben ein nachgewiesen höheres Risiko, an Kehlkopfkrebs zu erkranken. Die Erkrankung ist bei ihnen als Berufskrankheit anerkannt. Betroffen davon sind beispielsweise Bauarbeiter:innen, Bodenleger:innen oder Dachdecker:innen.

Erbliche Faktoren

Familiäre Häufungen von Kehlkopfkrebs-Erkrankungen sind bekannt. Deshalb besteht die Annahme, dass Kehlkopfkrebs auch vererbbar ist.

Geschwächtes Immunsystem

Hiermit sind ausdrücklich nicht Menschen gemeint, die schnell einen Schnupfen oder Husten bekommen, sondern beispielsweise HIV-Infizierte oder Patient:innen, die eine Organtransplantation hatten und aus diesem Grund Immunsuppressiva nehmen müssen.

HPV-Infektion

Die Infektion mit dem Humanen Papillomavirus ist ein weiterer Risikofaktor, aber im Vergleich zu Tabak- und Alkoholkonsum weit weniger bedeutend. Mit dem Virus steckt man sich beispielsweise durch Oralverkehr an. Glücklicherweise gibt es mittlerweile einen Impfstoff gegen HPV. In Deutschland können Kinder ab neun Jahren dagegen geimpft werden.

Einseitige Ernährung

Schlechte Ernährung als Risikofaktor wird zwar kontrovers diskutiert. Immerhin konnte aber gezeigt werden, dass bei einer ausgewogenen Ernährung (beispielsweise der mediterranen Ernährung) das Risiko für die Entstehung von Kehlkopfkrebs mehr als halbiert werden kann. Zu den besonderen “Schlüssel-Lebensmitteln” gehören laut AWMF-Leitlinie Zitrusfrüchte und Gemüse wie frische Tomaten, Olivenöl und Fischöle. Ein hoher Konsum von vielfach ungesättigter Fettsäuren reduziere ebenfalls das Risiko eines Kehlkopf-Tumors.

Welche Symptome bei Kehlkopfkrebs?

Wie du schon erfahren hast, kann ein Tumor am Kehlkopf an unterschiedlichen Bereichen auftreten. Abhängig von diesen Bereichen verursacht der Tumor verschieden stark ausgeprägte Anzeichen. Die Symptome bei Frau und Mann unterscheiden sich nicht. Wir stellen dir hier einige charakteristische Anzeichen vor.

Mögliche Symptome bei Karzinomen im Bereich der Supraglottis (oberhalb der Stimmlippe):

  • Schluckstörungen
  • Gewichtsverlust
  • Schmerzen (auch bis in die Ohren ausstrahlend)
  • Fremdkörpergefühl
  • Heiserkeit (im fortgeschrittenen Stadium)

 

Mögliche Symptome bei Karzinomen im Bereich der Glottis (Stimmlippen):  

  • Anhaltende Heiserkeit
  • Kratzen im Hals
  • Räusperzwang
  • Atembeschwerden mit hörbarem Atemgeräusch oder Luftnot (im fortgeschrittenen Stadium)

Gut zu wissen:

Tumore an der Glottis, also den Stimmlippen, werden häufig im Frühstadium diagnostiziert und haben deshalb eine gute Prognose. Das liegt daran, dass diese Art der Tumore bereits bei geringer Ausbreitung Heiserkeit verursacht und Betroffene daraufhin zum Arzt gehen.

Mögliche Symptome bei Karzinomen im Bereich der Subglottis:

  • Atembeschwerden / Luftnot
  • Heiserkeit

Zu Karzinomen im Bereich der Subglottis muss man sagen, dass sie häufig sehr lange unbemerkt bleiben und oben genannte Symptome in der Regel erst in Zusammenhang mit dem Grösserwerden des Tumors auftreten.

Wichtig: Leidest du länger als zwei Wochen an Heiserkeit oder anderen oben genannten Beschwerden, gehe unbedingt sofort zum HNO-Arzt. Früh erkannte Tumore am Kehlkopf haben eine gute Heilungschance; insbesondere, wenn sie noch nicht in die Lymphknoten gestreut haben. Übrigens: Auch Mundgeruch kann in Extremfällen auf Kehlkopfkrebs hindeuten. Deutlich häufiger können Schwellungen am Hals, sicht- und tastbar sein. Hierbei handelt es sich dann oft um Lymphknoten-Metastasen. Der Tumor selbst kann in weit fortgeschrittenem Stadium von aussen sichtbar werden, wenn er durch das Kehlkopfskelett durchbricht.

Diagnose: Wie wird Kehlkopfkrebs festgestellt?

Erst einmal vorab: Viele Menschen fragen sich, welcher Arzt der richtige Ansprechpartner bei Verdacht auf Kehlkopfkrebs ist. Gehe am besten direkt zum HNO-Arzt. Nur er kann sich den Kehlkopf mit einem speziellen Gerät, dem Laryngoskop, ansehen. Ausserdem wird er eine ganze Reihe weiterer Untersuchungen anordnen. Wir haben sie hier für dich zusammengestellt.  

Klinische Untersuchung

Dein HNO-Arzt wird erst einmal die gut einsehbaren Bereiche der Mundhöhle und des Rachens mit dem blossen Auge betrachten und mit Spiegeln und Endoskopen auch deinen Nasenrachen, den Rachen und den Kehlkopf untersuchen. Viele Patient:innen erwarten in der Regel, dass zur Diagnostik auch die Untersuchung der Blutwerte gehört. Doch ein Blutbild kann Kehlkopfkrebs weder sicher diagnostizieren noch ausschliessen.

Panendoskopie

Nach der klinischen Untersuchung und einem sich erhärtenden Verdacht auf Kehlkopfkrebs folgt die wichtigste Untersuchung: die sogenannte Panendoskopie; eine vollständige Untersuchung der oberen Luft und Speisewege mit Hilfe von Endoskopen und eines Mikroskops. Diese Untersuchung wird unter Vollnarkose durchgeführt. Bei der Panendoskopie kann der Arzt die Schleimhaut sehr genau begutachten und auch kleine Proben entnehmen, die dann von einem Pathologen feingeweblich untersucht werden. Mit dieser Art der Untersuchung lässt sich eine Aussage über die Grösse des Tumors sowie seine Ausdehnung treffen. Ausserdem können die Ärzt:innen weitere Tumore in den untersuchten Bereichen ausschliessen.  

Ultraschall

Mit Hilfe von Ultraschall ist erkennbar, ob die benachbarten Lymphknoten des Halses vergrössert sind. Vergrösserte Lymphknoten können auf eine Ausbreitung des Krebses in die Lymphknoten hinweisen – auch als lymphogene Metastasierung bezeichnet.

Computertomographie (CT)

Mit Hilfe der Computertomographie lässt sich der Körper in Schichten röntgen und sehr exakt darstellen. Dieses bildgebende Verfahren wird bei Kehlkopfkrebs zur Diagnostik der Ausbreitung (Bestimmung der Grösse des Tumors, Vorhandensein von Lymphknoten-Metastasen und Fernmetastasen) verwendet.

Magnetresonanztomographie (MRT)

Die Magnetresonanztomographie kann ein Schnittbild des Körpers erstellen und vor allem Wasser und Fettgewebe exakt abbilden. Die Untersuchung kann entweder zusätzlich zum CT oder anstelle dessen angesetzt werden. Darüber entscheidet der Arzt; meist in einem interdisziplinären Team beispielsweise im Rahmen eines Tumorboards.

Positronenemissionstomographie (PET) plus CT

Die Positronenemissionstomographie (PET) kann zum Einsatz kommen, wenn es darum geht, unklare Befunde abzuklären. Meist wird diese Art der Diagnostik in Verbindung mit einem CT (PET/CT) angeordnet. Beim PET/CT wird das Radionuklid Glucoseanalogon Fluorodesoxyglucose (FDG) verwendet; ein radioaktiver Zucker. Das Prinzip dahinter: Viele Tumore und Metastasen weisen einen höheren Zuckerstoffwechsel auf. Mit Hilfe des PET/CT lässt sich ein solch krankhaft erhöhter Zuckerumsatz darstellen. Dafür wird dem Patienten in sehr geringer Menge das oben genannte Radionuklid injiziert. Nach einer Stunde erfolgt dann das PET/CT, das den erhöhten Zuckerumsatz darstellen und dadurch mögliche Metastasen und Tumore konkret lokalisieren kann.

Gut zu wissen:

Viele Patient:innen haben verständlicherweise grosse Angst vor Metastasen und fragen sich: Wohin streut Kehlkopfkrebs? Am häufigsten finden sich Metastasen in den Halslymphknoten. Wenn sich Fernmetastasen bilden, dann häufig in der Lunge und der Leber.

Klassifikationen und Stadien von Kehlkopfkrebs

Im Zuge der Diagnostik wird ein Tumor nach der sogenannten TNM-Klassifikation beschrieben. Mit dieser Einteilung benennt der HNO-Arzt die Ausdehnung des Tumors. Genutzt werden die Buchstaben T (für Tumor), N (für Node; englischer Begriff für Knoten; gemeint sind die Lymphknoten) und M (für Metastasen).

Für jeden der drei Bereiche des Kehlkopfes sind eigene T-Stadien definiert. Das T-Stadium steigt mit der Tumor-Ausdehnung: T1 und T2 beschreiben kleinere Tumore. Im Stadium T3 befällt der Tumor schon grössere Bereiche des Kehlkopfes, ist aber noch auf diesen beschränkt. Im Stadium T4 überschreitet der Tumor bereits die Grenzen des Kehlkopfes:

  • T4a: Der Tumor überschreitet den Kehlkopf und wächst in umliegende Strukturen ein (wie zum Beispiel Schildknorpel, äussere Zungenmuskulatur, Schilddrüse, Luftröhre und/oder Speiseröhre).
  • T4b: Der Tumor überschreitet den Kehlkopf und wächst in lebenswichtige Organe ein – zum Beispiel in die Halsschlagader oder in Regionen, die chirurgisch nicht mehr sinnvoll erreichbar sind.

Ähnlich verhält es sich mit der Beschreibung der Lymphknoten des Halses. N0 bedeutet, es finden sich keine Lymphknoten-Metastasen. Die Stadien N1 bis N3 beschreiben die Ausdehnung von Halslymphknoten-Metastasen.

Das M-Stadium kennt nur M0 und M1. M0 gibt an, dass keine Fernmetastasen gefunden wurden. M1 bedeutet, dass sich Metastasen in anderen Organen befinden.  

Die UICC-Stadien des Kehlkopfkrebses

Ergänzt wird die eben beschriebene Klassifikation des Tumors mit der Einteilung in verschiedene Stadien nach der UICC (Union for International Cancer Control). Das jeweilige UICC-Stadium sagt aus, wie weit der Krebs bereits fortgeschritten ist. Die Kombination beider Einteilungen ergibt ein vollständiges Bild über Schwere und Ausmass des Kehlkopfkrebses.

Nach UICC gibt es folgende Stadien:

Stadium 0

Der Tumor hat noch nicht die Schleimhautgrenze überwunden (Carcinoma in situ), die Lymphknoten sind nicht befallen, es gibt keine Metastasen (Anfangsstadium).

 

Stadium 1

Der Tumor ist klein oder nur mittelgross (entspricht der Klassifikation T1). Die Lymphknoten sind noch nicht befallen, es gibt keine Fern-Metastasen (ebenfalls noch Anfangsstadium).

 

Stadium 2

Wachstum und Ausbreitung sind bereits fortgeschritten (entspricht der Klassifikation T2), die Lymphknoten sind noch nicht befallen, es finden sich keine Fern-Metastasen.

 

Stadium 3

Die Grösse des Tumors kann von klein bis gross reichen (entspricht T1 bis T3), es ist bereits ein Lymphknoten befallen, es gibt noch keine Fern-Metastasen.

 

Stadium 4a

Dieses Stadium ist erreicht, wenn der Tumor entweder sehr gross (T4a) oder eine weitergehende Ausbreitung in die Halslymphknoten erfolgt ist (N2).

 

Stadium 4b

Der Tumor überschreitet den Kehlkopf und wächst in wichtige Organe wie z. B. in die Halsschlagader ein (entspricht der Klassifikation T4b). Oder: Der Patient hat eine Metastase in einem Halslymphknoten, die grösser als sechs Zentimeter ist oder durch den Lymphknoten durchbricht (entspricht der Klassifikation N3).

 

Stadium 4c

In diesem Endstadium liegen Fern-Metastasen vor. Das heisst, der Tumor hat sich bereits in andere (entfernte) Organe abgesiedelt; bei Kehlkopfkrebs könnte das zum Beispiel die Lunge oder die Leber sein. In der Regel besteht in diesem Stadium keine Aussicht mehr auf vollständige Heilung.

Lebenserwartung bei Kehlkopfkrebs

Statistisch gesehen leben in Deutschland fünf Jahre nach der Diagnose noch 62 Prozent der erkrankten Männer und 65 Prozent der erkrankten Frauen. Wichtig zu wissen: In diese Zahlen fliessen alle Kehlkopfkrebs-Erkrankungen ein. Die tatsächliche Lebensdauer bei Kehlkopfkrebs hängt stark von den oben beschriebenen Tumorstadien ab. Patient:innen in Frühstadien haben eine bessere Lebenserwartung. Zudem haben glottische Karzinome (an den Stimmlippen) die beste und subglottische Karzinome (unter den Stimmlippen) generell die schlechteste Prognose.

Wichtig ist: Die individuelle Prognose hängt immer auch vom Ausmass der Streuung der Tumorzellen in die Lymphknoten ab. Neun bis zwölf Prozent der Patient:innen entwickeln Rezidive (Wiederauftreten des Tumors) im Bereich der Halslymphknoten. Dies geht häufig einher mit dem Auftreten von Fernmetastasen und/oder Lokalrezidiven (Wiederauftreten des Tumors am ursprünglichen Ort). 90 Prozent dieser Metastasen und Rezidive treten innerhalb der ersten beiden Jahre nach Diagnose auf.

Das Risiko für die Entstehung eines weiteren Karzinoms wird bei Patient:innen mit bösartigen Kopf-Hals-Tumoren zwischen 10 und 20 Prozent angegeben. Nach fünfjähriger Tumorfreiheit spricht man in der Regel von einer Heilung.

Soweit die Statistik. Betroffene sollten sich jedoch von solchen Prognosen nicht allzu sehr beeindrucken oder beeinflussen lassen. Jede Krankheit verläuft individuell. Anstatt sich mit Statistiken und Wahrscheinlichkeiten auseinanderzusetzen, sollte der Fokus auf einem guten und vertrauensvollen Austausch mit dem behandelnden Arzt liegen.  

Behandlungsarten von Kehlkopfkrebs

Der Behandlungsplan bei Kehlkopfkrebs wird in der Regel innerhalb eines Tumorboards interdisziplinär abgestimmt. Das heisst, Ärtz:innen aus den Fachrichtungen Hals-Nasen-Ohrenheilkunde, Strahlentherapie, Onkologie, Pathologie und Radiologie kommen zusammen und entscheiden gemeinsam über die empfohlene Art und Weise der Therapie.

Zur Behandlung von Kehlkopfkrebs stehen Chirurgie, Strahlentherapie und gegebenenfalls Chemotherapie der Immuntherapie zur Verfügung. Wenn eine komplette Heilung angestrebt werden kann, ist das Ziel einer Therapie, den Tumor vollständig zu entfernen und dabei möglichst Stimme und Schluckfunktion zu erhalten.

Hier findest du eine Übersicht über mögliche Therapieansätze.

Operation

Es gibt mehrere Möglichkeiten, einen Tumor am Kehlkopf chirurgisch zu entfernen. Welche Operation sinnvoll ist, hängt vom individuellen Krankheitsfall, von der Grösse des Karzinoms und von seiner Lage ab. Es spielt darüber hinaus eine Rolle, ob bereits Halslymphknoten-Metastasen gefunden wurden.  

 

Transorale Operation

Bei der transoralen Operation kann der Arzt den Tumor mit Hilfe minimalinvasiver Laserchirurgie endoskopisch über den Mund entfernen. Hier ist das Ziel, gesunde Bereiche des Kehlkopfes auszusparen und die Funktion des Kehlkopfes so gut wie möglich zu erhalten.

 

Transzervikale Operation

Wenn es erforderlich ist, entfernt der Arzt den Tumor von aussen durch die Halsweichteile. In der Regel kommt diese Art des Eingriffs bei schon grösseren Tumoren zum Einsatz. Auch Halslymphknoten müssen von aussen entfernt werden. Bestenfalls kann bei diesem Eingriff der Kehlkopf noch in Teilen erhalten bleiben. Aber auch die Entfernung des gesamten Organs ist auf diese Weise möglich; hier spricht man von einer Laryngektomie, über die wir dich ausführlich im nächsten Kapitel informieren möchten.

Gut zu wissen:

Viele Patient:innen fragen sich, wie lange sie nach der OP im Krankenhaus bleiben müssen. Abhängig davon, ob der gesamte Kehlkopf entfernt werden musste oder nur eine teilweise Entfernung notwendig war, sollte man sich auf einen Aufenthalt von fünf bis zwölf Tagen einstellen.

Strahlentherapie

Eine alleinige Strahlentherapie kann eine Option zur Behandlung von Kehlkopfkrebs sein – allerdings nur in speziellen Fällen. Deutlich häufiger wird eine Strahlentherapie mit begleitender Chemotherapie angewendet. Bestrahlt werden der Tumor und die Lymphabflusswege des Halses. Die Bestrahlung in Kombination mit Chemotherapie reduziert das Risiko für Rezidive.

Auch wenn der Tumor operiert wurde, kann es sein, dass eine zusätzliche Bestrahlung notwendig ist. Hierbei werden die ehemalige Tumorregion und die Lymphabflusswege bestrahlt.

Chemotherapie/Immuntherapie

In bestimmten Fällen kann bei Rezidiven oder Fern-Metastasen eine Chemotherapie oder eine Immuntherapie in Frage kommen. Immuntherapien sind Methoden, die das körpereigene Immunsystem nutzen, um den Krebs zu bekämpfen.

Alternative Behandlung

Kehlkopfkrebs lässt sich nicht natürlich heilen. Bei Homöopathie und Hausmitteln konnte keinerlei Wirkung nachgewiesen werden. Ohne die oben genannten schulmedizinischen Behandlungen ist der Verlauf der Krankheit tödlich.  

Laryngektomie: Die vollständige Entfernung des Kehlkopfes

Die sogenannte Laryngektomie, also die komplette Entfernung des Kehlkopfes, wird immer dann notwendig, wenn erhaltende Operationsmethoden wie Chemo- und Strahlentherapie oder eine Teilentfernung bei fortgeschrittenen Kehlkopftumoren nicht mehr ausreichen.

Wie läuft eine Laryngektomie ab?

Die Operation wird von HNO-Ärzt:innen im Krankenhaus unter Vollnarkose durchgeführt. Während des Eingriffs entfernt der Chirurg den kompletten Kehlkopf und in der Regel die Halslymphknoten (Neck Dissection).

Durch den Eingriff werden Schluck- und Atemwege dauerhaft voneinander getrennt. Damit der Patient nach der Operation weiterhin atmen kann, legt der Arzt ein sogenanntes Tracheostoma an. Von aussen ist nun ein Loch im Hals zu sehen, durch das der Patient atmen kann. Denn: Dieses Loch führt direkt zur Luftröhre, die der Arzt im operativen Eingriff an dieser Stelle mit der Haut vernäht hat.

Das Sprechen ist auf natürliche Weise mit einem Tracheostoma nicht mehr möglich. Dazu benötigen die Patient:innen eine Sprechhilfe. Auch ist das Erlernen einer neuen Sprechtechnik möglich.

Auch wenn es diese Möglichkeiten gibt: Für Betroffene ist die vollständige Entfernung des Kehlkopfs in der Regel ein beträchtlicher Einschnitt in ihr bisheriges Leben. Häufig beschäftigen sie Ängste und Sorgen. Für solche Fälle ist es sinnvoll, psychologische Hilfe in Anspruch zu nehmen oder auch mit anderen Betroffenen in den Austausch zu kommen und über die eigenen Erfahrungen zu sprechen – beispielsweise in Selbsthilfegruppen oder in Internet-Foren.

Leben nach der Laryngektomie

Im besten Fall ist nach dem Eingriff der Kehlkopfkrebs vollständig entfernt. In manchen Fällen schliesst sich jedoch noch eine Strahlentherapie an. Wie schon oben erwähnt, können Betroffene nach der Operation erst einmal nicht mehr sprechen. Dazu müssen sie eine bestimmte Technik erlernen oder eine Sprechhilfe nutzen. Leider gibt es auch noch weitere Einschränkungen, mit denen Patient:innen leben müssen:

  • Fehlende Filterfunktion der Atemwege
  • Vermehrte Sekretbildung
  • Hustenreiz
  • Riech- und teilweise Schmeckstörungen
  • Pressen beim Stuhlgang eingeschränkt

Sprechen lernen mit Tracheostoma

Höchste Priorität für Menschen ohne Kehlkopf ist es in der Regel, das Sprechvermögen wiederzuerlangen. Die Möglichkeiten, die es hier gibt, haben wir für dich zusammengefasst.

Erlernen der Ösophagusersatzstimme (Ructus-Ersatzstimme)

Betroffene können mit Hilfe eines Logopäden lernen, mit dem oberen Ringmuskel der Speiseröhre Töne zu artikulieren. Dabei wird die Luft gezielt in die Speiseröhre (Ösophagus) geschluckt und mit Hilfe der Bauchmuskulatur in Form eines “Rülpstons” wieder ausgepresst. Das Erlernen dieser Behelfsstimme benötigt Geduld und viel Übung mit Unterstützung eines Logopäden.

 

Stimmprothese (Shunt-Ventil)

Die Stimmprothese wird üblicherweise im Zuge der Kehlkopfentfernung eingesetzt. Dazu legt der Chirurg zwischen der Rückwand der Luftröhre und der Vorderwand der Speiseröhre eine Art Durchgang (Fistel) an. Dort wird eine Stimmventil-Prothese eingesetzt. Später kann der Patient dann einen Ton erzeugen, indem er das Loch an seinem Hals zuhält oder die Kanüle abdichtet. Der Ton entsteht durch das Lenken der ausgeatmeten Luft über die in der Fistel liegende Prothese in den Rachenraum. Die Speiseröhre und der Rachenraum können dadurch in Schwingungen versetzt werden und einen Ton erzeugen. Auch beim Erlernen dieser neuen Sprechweise ist eine logopädische Unterstützung sinnvoll.

  

Elektronische Sprechhilfe

Die elektronische Sprechhilfe wird heute kaum noch benutzt. Das liegt zum einen daran, dass das Gerät im Vergleich zu den beiden oben genannten Möglichkeiten umständlicher zu nutzen ist und andererseits eine so fremdartige und monotone Stimme erzeugt, dass Menschen sich davon abgeschreckt fühlen. Dennoch besteht auch heute noch diese Option, sodass wir sie dir hier ebenfalls vorstellen. Bei der Sprechhilfe handelt es sich um ein kleines Gerät, das Betroffene sich, in dem Moment, wenn sie sprechen möchten, an eine möglichst weiche Stelle am Hals halten. Die schwingende Membran des Geräts erzeugt den Ton. Er wird über die Halsweichteile in den Mundraum übertragen, wo dann Wörter geformt werden können.

Gut zu wissen:  

Wer wissen will, wie sich die verschiedenen Kehlkopf-Ersatzstimmen anhören und unterscheiden, findet im Internet Beispielvideos – beispielsweise auf Youtube.

Die richtige Vorsorge  

Kehlkopfkrebs entsteht vor allem durch Rauchen. Deshalb ist die beste Prophylaxe, auf Zigarettenkonsum zu verzichten. Da auch regelmässiges Trinken von Alkohol das Risiko für die Entstehung von bösartigen Tumoren am Kehlkopf erhöht, gilt auch hier, den Konsum möglichst einzustellen.

Da Raucher:innen zu den Hochrisiko-Patient:innen gehören, wird ihnen empfohlen, sich regelmässig von einem HNO-Arzt untersuchen zu lassen. Ab einem Alter von 40 ist eine jährliche Vorsorgeuntersuchung ratsam. Auch Menschen, die berufsbedingt mit Asbest zu tun haben, sollten sich entsprechend regelmässig untersuchen lassen.

Quellen

AWMF online: Diagnostik, Therapie und Nachsorge des Larynxkarzinoms.

Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, at: www.impfen-info.de: HPV-Impfung bei Jugendlichen.

Bundesministerium für Bildung und Forschung: Immuntherapie – kann das Immunsystem Krebs bekämpfen?.

Deutsche Kinderkrebsstiftung, Tumoren des Rachens und Kehlkopfes.

Deutsche Krebsgesellschaft: Basisinfos für Patienten.

HNO-Ärzte im Netz: Kehlkopfkrebs: Jährliche Vorsorge und Früherkennung für Raucher wichtig.

Pflege.de: Tracheostoma.

Rudolf Probst, Gerhard Grevers, Heinrich Iro in: Hals-Nasen-Ohrenheilkunde (Thieme-Verlag), 3rd edition.

Schönweiler, Prof. Dr. med. Rainer, “Wie funktioniert eine Stimmprothese bzw. Shuntventil?”

Senner, Sonja Rosa Irmgard: Dissertation “Onkologische Ergebnisse fortgeschrittener Larynxkarzinome nach konservativer und operativer Therapie”, at: uni-muenchen.de.

Universitätsklinikum Erlangen: Informationsbroschüre für Patienten nach Laryngektomie.

Universitätsklinikum Düsseldorf: Panendoskopie.

Universitätsmedizin Mainz: Kehlkopf.

Universitätsmedizin Mannheim: Kehlkopfkrebs.

Uniklinik Köln: Wie läuft ein PET ab?.

 

Alle Websites letztmals aufgerufen am 10.08.2023.

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