Was versteht man unter Krebsvorsorge?
Im allgemeinen Sprachgebrauch wird der Begriff “Krebsvorsorge” für alle Untersuchungen verwendet, die das Ziel haben, Krebs frühzeitig zu erkennen und die Heilungschancen entsprechend zu erhöhen. In der Fachwelt hat der Begriff allerdings eine spezifischere Bedeutung: Wenn Mediziner:innen von Krebsvorsorge sprechen, meinen sie konkret Fälle, in denen die Entstehung von Krebs verhindert werden kann – wenn etwa Krebsvorstufen entdeckt und entfernt werden konnten, bevor sich ein Tumor bilden konnte. Das ist allerdings bisher nur bei Darmkrebs, Gebärmutterhalskrebs und einigen Formen von Hautkrebs möglich. Wenn es bei der Untersuchung darum geht, Tumore in einem möglichst frühen Stadium zu entdecken, spricht man in der Medizinwelt von “Krebsfrüherkennung”. In diesem Artikel werden wir der Einfachheit halber den Begriff “Krebsvorsorge” für beide Konzepte verwenden, so wie es auch im allgemeinen Sprachgebrauch gehandhabt wird.
Warum ist die Krebsvorsorge wichtig?
Je früher ein Tumor erkannt wird, desto besser sind die Heilungschancen – das gilt für jede Krebsart. Da viele Krebserkrankungen im Anfangsstadium keine oder nur sehr milde Symptome hervorrufen, bleiben Tumore häufig über lange Zeit unentdeckt und können unter Umständen bereits in andere Körperregionen gestreut haben (hier spricht man auch von Metastasenbildung), was die Heilungschancen stark reduziert. Die Richtlinie zur Krebsfrüherkennung möchte dies verhindern, indem sie empfiehlt, dass Patient:innen sich in regelmässigen Abständen von Expert:innen untersuchen lassen sollen. Für die Krebsarten Gebärmutterhalskrebs und Darmkrebs sind die Erfolge bereits sehr gut belegt.
Kritik an der Krebsvorsorge
Bei der Krebsvorsorge für Brustkrebs, Prostatakrebs und Hautkrebs gibt es jedoch auch kritische Stimmen: Die Krebsvorsorge-Untersuchungen können keine 100-prozentige Sicherheit garantieren. So kann es zu “falsch-positiven” oder “falsch-negativen” Befunden kommen. Bei einem “falsch-negativen” Befund wurde bei der Krebsvorsorge-Untersuchung kein Tumor entdeckt, obwohl der Patient oder die Patientin an Krebs erkrankt ist. Bei einem “falsch-positiven” Befund besteht ein falscher Verdacht auf eine Krebserkrankung, die eigentlich nicht vorliegt. Betroffene mit einem “falsch-positiven” Befund erleben eine sehr schwere psychische Belastung und werden zum Teil auch unnötig therapiert.
Das Problem: Selbst wenn ein Tumor im Anfangsstadium entdeckt wurde, können Expert:innen meistens nicht sicher sagen, ob sich daraus eine lebensbedrohliche Erkrankung entwickeln wird oder nicht. Denn es gibt Vorstufen und auch einige Tumore, mit denen man auch ohne Behandlung lange leben kann. Laut der Deutschen Krebsgesellschaft , werden beispielsweise für jede Frau, die vor dem Tod durch Brustkrebs bewahrt wurde, zehn weitere Frauen überdiagnostiziert und überbehandelt. Eine “Übertherapie” ist eine sehr grosse Belastung für den Körper, da die Krebsbehandlung zahlreiche Nebenwirkungen hat. Deshalb weist das Deutsche Krebsforschungszentrum ausdrücklich darauf hin, dass vor einer Krebsvorsorge-Untersuchung Vor- und Nachteile gut abgewägt werden sollten.
Gut zu wissen:
Wusstest du, dass sowohl Chemotherapie als auch Strahlentherapie einen grossen Einfluss auf die Mundgesundheit haben? Welche Nebenwirkungen zu erwarten sind und wie man sich davor schützt, erfährst du in unserem Artikel:
So schützt du deine Zähne vor Nebenwirkungen von Chemotherapie und Bestrahlung
Welche Krebsvorsorge-Untersuchungen gibt es?
In der Krebsfrüherkennungs-Richtlinie für Deutschland ist festgelegt, welche Vorsorgeuntersuchungen von den gesetzlichen Krankenkassen zu tragen sind. Folgende fünf Krebsarten sind in der Krebsvorsorge enthalten:
- Hautkrebs
- Darmkrebs
- Brustkrebs
- Gebärmutterhalskrebs
- Prostatakrebs
Wo macht man die Krebsvorsorge-Untersuchung und was wird gemacht?
Bei welchem Arzt die Untersuchung stattfindet, hängt davon ab, welche Art von Krebs gesucht wird:
Hautkrebsvorsorge beim Hausarzt oder Hautarzt
Die Krebsvorsorge für Hautkrebs kannst du entweder bei einem speziell geschulten Hausarzt oder einem Hautarzt machen lassen. Dabei wird die Haut am gesamten Körper und auch am Kopf gründlich auf schwarzen und weissen Hautkrebs untersucht. Wie oft du zur Krebsuntersuchung beim Hautarzt gehen solltest, wurde in der Richtlinie festgesetzt: alle zwei Jahre.
Gut zu wissen:
Lippenkrebs kann eine Form von Hautkrebs sein. Hier findest du alle wichtigen Infos:
Darmkrebsvorsorge beim Hausarzt, Frauenarzt oder Gastroenterologen
Ab dem 50. Lebensjahr haben Männer und Frauen Anspruch auf einen jährlichen Stuhltest, der auf nicht sichtbares Blut im Stuhl untersucht wird. Diesen Stuhltest kannst du entweder beim Hausarzt oder beim Gynäkologen machen lassen.
Männer ab 50 und Frauen ab 55 werden zu einer Darmspiegelung eingeladen, die beim Gastroenterologen stattfindet. Der Vorteil: Die Koloskopie ist zuverlässiger als der Stuhltest. Bei der Darmspiegelung wird der komplette Dickdarm mit einem Spiegel untersucht. Bei einem verdächtigen Befund können Krebsvorstufen direkt entfernt werden. Nach zehn Jahren kann die Darmspiegelung einmalig wiederholt werden. Wer sich gegen die Darmspiegelung entscheidet, kann weiterhin alle zwei Jahre einen Stuhltest machen.
Gebärmutterhalskrebsvorsorge: Abstrich beim Frauenarzt
Die Untersuchungen zur Gebärmutterhalskrebsvorsorge finden beim Frauenarzt statt. Dabei untersucht der Arzt zunächst die Genitalien von aussen und innen und entnimmt dann einen Abstrich von Gebärmuttermund und Gebärmutterhals (Pap-Test). Bei starken Blutungen während der Periode ist diese Untersuchung beim Frauenarzt nicht möglich.
Anhand des Pap-Tests können Gebärmutterhalskrebs und seine Vorstufen in einer mikroskopischen Analyse erkannt werden. Diese Untersuchung sollten Frauen zwischen 20 und 34 jährlich wahrnehmen. Ab 35 müssen Frauen nur noch alle 3 Jahre zur Gebärmutterhalskrebsvorsorge. Neben dem Pap-Test werden Frauen dann auch auf Humane Papillomviren (HPV) getestet. Falls der Befund auffällig ist, wird die Patientin umgehend informiert und zu einer weiteren Untersuchung eingeladen.
Gut zu wissen:
Humane Papillomviren (HPV) sind extrem weit verbreitet und häufig harmlos. Sie können allerdings auch Gebärmutterhalskrebs auslösen. Hier findest du alles, was du dazu wissen musst:
Brustkrebsvorsorge für Frauen: Was wird gemacht?
Parallel zur Gebärmutterhalskrebsvorsorge findet auch die Brustkrebsvorsorge beim Frauenarzt statt. Dabei tastet der Arzt die Brüste und Achselhöhlen ab und untersucht sie auf Verhärtungen und vergrösserte Lymphknoten. Frauen werden ebenfalls darin unterrichtet, ihre Brüste selbst abzutasten. Diese Untersuchung wird einmal jährlich ab dem 30. Lebensjahr empfohlen.
Im Alter von 50 bis 69 können Frauen sich alle zwei Jahre einer Mammographie unterziehen. Dazu werden sie schriftlich eingeladen. Bei einer Mammographie handelt es sich um eine Röntgenuntersuchung der Brüste, bei der sowohl gut- als auch bösartige Veränderungen sowie Krebsvorstufen erkannt werden können. Um positiv-falsche Diagnosen möglichst gering zu halten, werden die Röntgenaufnahmen von zwei Fachleuten begutachtet. Bei auffälligen Befunden werden die Patientinnen zu einer weiteren Untersuchung eingeladen.
Prostatakrebsvorsorge beim Urologen oder Hausarzt
Ab dem 45. Lebensjahr sollten Männer sich zur Krebsvorsorge jährlich entweder beim Hausarzt oder Urologen untersuchen lassen. Dabei tastet der Urologe das Genital zunächst von aussen ab. Anschliessend erfolgt eine “digital-rektale Untersuchung” der Prostata vom Enddarm aus. Dabei bezieht sich das “digital” nicht auf elektronische Datenverarbeitung, sondern auf den Finger des Arztes (aus dem Lateinischen “digitus”), der die Prostata durch den Anus abtastet. Zusätzlich wird in der Regel ein Bluttest gemacht.
Kosten: Was zahlt die Krankenkasse?
Die Kosten bei all den genannten Untersuchungen beim Frauenarzt, Hautarzt, Urologen oder Hausarzt sind Kassenleistung und werden somit von der gesetzlichen Versicherung getragen. Auch privat versicherte Patient:innen haben Anspruch auf diese Untersuchungen und können sich – tarifbedingt – häufig noch über zusätzliche Leistungen freuen, die gesetzlich Versicherte selbst tragen müssen. Ausserdem müssen sich Privatversicherte in der Regel nicht an die Altersvorgaben halten, sondern können die Vorsorgeuntersuchungen häufig schon früher durchführen.
Wichtig für die Krebsvorsorge beim Frauenarzt: Ultraschall-Untersuchungen sind nicht Teil der Früherkennungs-Richtlinie. Gesetzlich versicherte Patientinnen in Deutschland müssen diese Untersuchung in der Regel selbst zahlen.
Gibt es eine Krebsvorsorge-Untersuchung für die Lunge?
Aktuell gibt es in Deutschland keine gesetzlich empfohlene Krebsvorsorge-Untersuchung für Lungenkrebs – auch wenn eindeutig belegt ist, dass die Heilungschancen sehr viel besser stehen, wenn ein Tumor frühzeitig entdeckt wird. Das liegt einerseits daran, dass Blutuntersuchungen und Analysen des Auswurfs beim Husten nicht zuverlässig genug sind. Andererseits weisen CT-Untersuchungen eine hohe Zahl an falsch-positiven Befunden auf: Laut der Deutschen Krebsgesellschaft müssten 320 CT-Screenings durchgeführt werden, um einen Tod durch Lungenkrebs zu verhindern.
Gibt es eine Ganzkörper-Krebsvorsorge?
Ja, einige Kliniken und Arztpraxen bieten einen Ganzkörper-Scan zur Krebsvorsorge an. Bei der Magnetresonanztomographie (MRT) wird der komplette Körper auf Tumore untersucht: alle Organe, das Skelettsystem, die Wirbelsäule, das Gefässsystem und alle grösseren Gelenke. Bei einer MRT entstehen im Gegensatz zum Röntgen keine schädlichen Strahlungen. Einen Nachteil hat der Ganzkörper-Check allerdings: Die Kosten werden von den gesetzlichen Krankenkassen in der Regel nicht übernommen. Private Krankenversicherungen übernehmen eventuell einen Anteil. Informiere dich also unbedingt im Vorfeld über die Kosten, falls du eine Ganzkörper-MRT in Erwägung ziehst.
Übersicht: Krebsvorsorge für Frauen
Ab wann sollten Frauen zur Krebsvorsorge gehen? Die Krebsvorsorge beginnt für Frauen bereits mit 20 Jahren. Damit du den Überblick behältst, haben wir hier noch einmal zusammengefasst, welche Vorsorgeuntersuchungen wann für Frauen anstehen.
Krebsvorsorge für Frauen ab 20:
Einmal im Jahr solltest du zur Krebsvorsorge zum Frauenarzt gehen und einen Abstrich aus der Gebärmutter und dem Gebärmutterhals (Pap-Test) entnehmen lassen.
Krebsvorsorge für Frauen ab 30
Parallel zum Pap-Test solltest du nun einmal im Jahr deine Brüste abtasten lassen.
Krebsvorsorge für Frauen ab 35
Ab dem Alter von 35 entfällt der jährliche Pap-Test und wird durch eine Kombination aus Pap-Test und HPV-Test alle drei Jahre ersetzt. Ausserdem solltest du nun alle zwei Jahre zur Hautkrebsvorsorge gehen. Die jährliche Brustuntersuchung bleibt bestehen.
Krebsvorsorge für Frauen ab 50
Du wirst zu einer Mammografie eingeladen, die du alle zwei Jahre wiederholen kannst. Zur Darmkrebsvorsorge solltest du jährlich eine Stuhlprobe abgeben. Ab dem 55. Lebensjahr hast du Anspruch auf eine Darmspiegelung, die du nach zehn Jahren einmalig wiederholen kannst. Alternativ kannst du alle zwei Jahre einen Stuhltest machen.
Krebsvorsorge für Frauen ab 70
Die Mammographie-Untersuchung alle zwei Jahre entfällt. Du kannst allerdings ab dem 1. Juli 2024 weiterhin bis zu deinem 75. Lebensjahr an den Mammographie-Untersuchungen teilnehmen. Allerdings wirst du nicht mehr eingeladen, sondern musst dich selbst anmelden. Die Stuhltests alle zwei Jahre bleiben bestehen.
Krebsvorsorge in der Schwangerschaft und nach der Geburt
Falls du in dem Jahr der Schwangerschaft noch keine Krebsvorsorge-Untersuchung hattest, kannst du sie problemlos bei der ersten Schwangerschaftskontrolle durchführen lassen. Nach der Geburt kannst du etwa nach sechs bis acht Wochen wieder zur Krebsvorsorge gehen.
Gut zu wissen:
Wusstest du, dass die Schwangerschaft Auswirkungen auf deine Zahngesundheit haben kann? Worauf du jetzt achten musst, erfährst du hier:
Übersicht: Krebsvorsorge für Männer
Ab wann sollten Männer zur Krebsvorsorge gehen? Die Herren der Schöpfung dürfen sich mit der Krebsvorsorge etwas mehr Zeit lassen. Für den Mann ab 20 und den Mann ab 30 gibt es noch keine empfohlenen Krebsvorsorge-Untersuchungen. Erst mit 35 geht es los:
Krebsvorsorge für Männer ab 35
Lass deinen ganzen Körper alle zwei Jahre beim Haus- oder Hautarzt auf Hautkrebs untersuchen.
Krebsvorsorge für Männer ab 45
Ab dem 45. Lebensjahr steht zusätzlich zur Hautkrebsvorsorge ein jährlicher Besuch beim Urologen oder Hausarzt zur Untersuchung der Prostata an.
Krebsvorsorge für Männer ab 50
Zusätzlich zur Prostata- und Hautuntersuchung steht nun auch die Darmkrebsvorsorge an. Du kannst entweder eine Darmspiegelung durchführen lassen (die nach zehn Jahren einmalig wiederholt wird) oder jährlich eine Stuhlprobe auf nicht sichtbares Blut im Stuhl untersuchen lassen. Ab dem 55. Lebensjahr fällt die Stuhlprobe alle zwei Jahre an.
Krebsvorsorge beim Zahnarzt
Die regelmässigen Kontrolluntersuchungen beim Zahnarzt sind zwar nicht offizieller Teil des gesetzlich vorgesehenen Krebsvorsorgeprogramms, aber dennoch überaus wichtig: Der Zahnarzt oder die Zahnärztin schaut dabei nicht nur nach Zahn- und Zahnfleischerkrankungen wie Karies und Parodontitis, sondern nimmt auch die Mundschleimhaut gründlich unter die Lupe.
Wenn dort Veränderungen wie nicht abheilende Entzündungen, Verhärtungen und rote oder nicht abwischbare weisse Flecken Leukoplakie) auftreten, sollte immer abgeklärt werden, was dahintersteckt. Es könnte sich nämlich bereits um eine Vorstufe von Mundhöhlenkrebs handeln. Bei dieser Krebsart entwickeln sich Tumore langsam über mehrere Monate oder auch Jahre hinweg und bereiten zunächst keine Schmerzen. Deshalb werden sie von Betroffenen häufig gar nicht wahrgenommen. Umso wichtiger ist es deshalb, den Mundraum regelmässig inspizieren zu lassen. Denn die Heilungschancen für Mundhöhlenkrebs stehen deutlich besser, wenn er frühzeitig erkannt wird.
Falls dein Zahnarzt etwas Verdächtiges findet, kann er entweder selbst eine Gewebeprobe entnehmen und im Labor untersuchen lassen oder dich direkt an einen Facharzt verweisen – zum Beispiel einen HNO-Arzt oder Kieferchirurgen. Wenn du selbst eine verdächtige Stelle im Mund bemerkst, solltest du damit unbedingt zum Zahnarzt gehen und es abklären lassen.
If changes such as non-healing inflammation, hardening and red or non-wipeable white patches (Leukoplakia) occur, it should always be clarified what is behind this. It could already be a preliminary stage of oral cavity cancer. With this type of cancer, tumours develop slowly over several months or even years and do not initially cause any pain. This is why they are often not even noticed by those affected. It is therefore all the more important to have the oral cavity inspected regularly. This is because the chances of curing oral cavity cancer are significantly better if it is detected early.
If your dentist finds something suspicious, they can either take a tissue sample themselves and have it analysed in the laboratory or refer you directly to a specialist - for example an ENT doctor or oral surgeon. If you notice a suspicious area in your mouth yourself, you should definitely go to the dentist and have it checked out.
Gut zu wissen:
Jedes Jahr erkranken in Deutschland etwa 10.000 Menschen an Mundhöhlenkrebs – besonders erhöht ist das Risiko bei Raucher:innen. Was genau Mundhöhlenkrebs eigentlich ist, wie er entsteht und wie die Behandlung aussieht, erfährst du in unserem Artikel:
Krebs vorbeugen: 10 Tipps zum Senken des Krebsrisikos
Eine Krebsdiagnose ist immer ein schwerer Schlag. Glücklicherweise können wir neben der Wahrnehmung der Krebsvorsorge-Untersuchungen einiges dafür tun, um unser Krebsrisiko möglichst gering zu halten. Es gibt nämlich zahlreiche Faktoren, die Krebserkrankungen begünstigen können – und die wir entsprechend vermeiden sollten. Hier möchten wir dir die Verhaltensweisen vorstellen, die das Internationale Krebsforschungszentrum (IARC) ausgearbeitet hat, um das Krebsrisiko möglichst zu senken – und geben dir auch noch einen Bonustipp gegen Mundhöhlenkrebs.
1. Rauche weder aktiv noch passiv
Rauchen ist der grösste vermeidbare Risikofaktor für die Entstehung von Krebs. Bei Lungenkrebs gehen laut Robert Koch-Institut bei Männern etwa 90 und bei Frauen etwa 60 Prozent der Krebsfälle auf aktives Rauchen zurück. Allerdings beschränkt sich der negative Einfluss des Zigarettenqualms nicht nur auf die Lunge: Auch Mundhöhlenkrebs und eine ganze Reihe anderer Krebsarten werden durch Rauchen begünstigt. Dazu kommt noch ein deutlich erhöhtes Risiko, an Herz-Kreislauf-Krankheiten zu erkranken. Fazit: Je schneller du mit dem Rauchen aufhörst, desto besser!
Gut zu wissen:
Du würdest gerne mit dem Rauchen aufhören, aber weisst nicht so recht wie? In unserem Artikel findest du jede Menge Motivation und hilfreiche Tipps:
2. Achte auf ein gesundes Körpergewicht
Übergewicht erhöht das Risiko für Krebs. Das ist bereits für 13 Krebsarten belegt – unter anderem Darmkrebs, Brustkrebs, Bauchspeicheldrüsenkrebs und Leberkrebs. Es gibt auch für andere Krebsarten bereits Studien, die darauf hinweisen, dass Übergewicht ein Risikofaktor sein könnte. Auch für Diabetes Typ 2 und Herz-Kreislauf-Erkrankungen besteht bei einem zu hohen Körpergewicht ein erhöhtes Risiko. Die beste Methode, um abzunehmen, sind Sport und eine gesunde Ernährung.
3. Bewege dich regelmässig
Regelmässige Bewegung ist nicht nur ein wichtiger Faktor für dein Gewichtsmanagement, sondern auch für das Senken des Krebsrisikos. Bereits nachgewiesen ist der Zusammenhang für Dickdarmkrebs sowie Gebärmutterhalskrebs und Brustkrebs bei Frauen nach den Wechseljahren. Auch bei Nierenkrebs, Blasenkrebs, Speiseröhrenkrebs und Magenkrebs kann regelmässige Bewegung das Krebsrisiko senken. Ob du dabei gezielt Sport treibst, einen körperlich anstrengenden Beruf ausübst oder dich im Alltag einfach viel bewegst, macht dabei keinen Unterschied. Wenn du einen Bürojob hast und lange Stunden am Schreibtisch sitzt, solltest du in deinem Alltag unbedingt für Ausgleich sorgen – zum Beispiel indem du mit dem Fahrrad zur Arbeit fährst. Sportarten wie Yoga und Pilates stärken zusätzlich die Rückenmuskulatur und helfen gegen die typischen Nackenschmerzen.
4. Ernähre dich gesund
Bei den zahlreichen Food-Trends wie Clean Eating, Paleo, Keto und Low-Carb kann man schon mal den Überblick verlieren. Was bedeutet eigentlich gesunde Ernährung? Der Krebsinformationsdienst empfiehlt: eine abwechslungsreiche Ernährung mit vielen pflanzlichen Lebensmitteln. Während ballaststoffreiche Getreide sowie Obst und Gemüse als risikosenkende Lebensmittel gelten, besteht bei industriell verarbeiteten Fleischerzeugnissen der Verdacht, dass sie das Krebsrisiko erhöhen könnten. Laut des Europäischen Kodexes zur Krebsbekämpfung, solltest du rotes Fleisch und salzreiche Lebensmittel reduzieren. Besonders schlecht sind zuckerhaltige Getränke.
Die letzten drei Punkte – gesunde Ernährung, Bewegung und Übergewicht – gehen Hand in Hand. Wer sich schlecht ernährt und gleichzeitig zu wenig bewegt, leidet häufig unter Übergewicht. Die Weltgesundheitsorganisation WHO vermutet, dass rund 30 Prozent aller Krebsfälle in westlichen Ländern durch ungesunde Ernährung und Bewegungsmangel ausgelöst werden.
Gut zu wissen:
Wie genau sieht eine gesunde Ernährung aus? Hier findest du die wichtigsten Infos im Überblick:
5. Trinke möglichst wenig Alkohol
Lange Zeit dachte man, dass ein Glas Rotwein nicht schädlich, sondern sogar gesund wäre. Mittlerweile weiss man: Das ist falsch. Es gibt keine Menge von Alkohol, die dem Körper guttut. Ganz im Gegenteil. Übermässiger Alkoholkonsum kann Auslöser für Darmkrebs, Brustkrebs, Speiseröhrenkrebs, Mundhöhlenkrebs, Rachenkrebs und Leberkrebs sein – und steht bei weiteren Krebsarten in Verdacht, das Risiko zu erhöhen. Ob du Alkohol in Form von Wein, Bier oder Hochprozentigem zu dir nimmst und ob du häufig ein bisschen oder ab und zu viel trinkst, ist unwichtig. Es kommt allein auf die Menge an reinem Alkohol an, den du konsumierst.
Expert:innen empfehlen, möglichst komplett auf Alkohol zu verzichten. Falls dir das schwerfällt, weil in deinem sozialen Umfeld regelmässig getrunken wird, solltest du den Konsum zumindest einschränken. Als Obergrenze empfehlen Fachleute: Männer sollten pro Tag nicht mehr als einen halben Liter Bier oder einen Viertelliter Wein trinken. Frauen sollten nach 100 Milliliter Sekt oder einem Achtelliter Wein aufhören. Dabei solltest du an mindestens zwei Tagen in der Woche gar keinen Alkohol trinken. Für Schwangere ist Alkohol natürlich komplett tabu, um die Entwicklung des Kindes nicht zu gefährden.
Gut zu wissen:
Apropos Schwangerschaft: Wusstest du, dass die Zähne in der Schwangerschaft ganz schön beansprucht werden können? Worauf Schwangere bei der Zahnpflege achten sollten, erfährst du hier:
6. Schütze dich vor UV-Strahlen
UV-Strahlen sind für fast alle Formen von Hautkrebs der Hauptauslöser. Das gilt sowohl für die natürlichen Sonnenstrahlen als auch für künstliche UV-Strahlung, zum Beispiel im Solarium. Da die Strahlen besonders energiereich sind, können sie die DNA beschädigen und Mutationen auslösen. Wenn du dein Risiko für Hautkrebs senken möchtest, solltest du regelmässig Sonnenschutz verwenden und nicht ins Solarium gehen. Wichtig: Kinder sind anfälliger als Erwachsene, weil ihre Haut besonders zart und empfindlich ist.
7. Schütze dich vor krebserregenden Stoffen
Falls du in deinem Berufsalltag krebserregenden Stoffen oder Bestrahlung ausgesetzt bist, solltest du dich unbedingt an die Arbeitssicherheitsvorschriften halten, um dich zu schützen. Durch die hohen Sicherheitsstandards in Deutschland, der Schweiz und Österreich wird die Auswirkung auf das Krebsrisiko im Vergleich zu anderen Risikofaktoren als gering eingeschätzt.
8. Wenn möglich, stille dein Kind
Es ist wissenschaftlich erwiesen, dass Stillen das Krebsrisiko für Mütter senkt. Je länger eine Mutter stillt, desto geringer ist das Risiko, dass sie im späteren Leben an Brustkrebs erkrankt. Mütter haben allgemein ein geringeres Brustkrebsrisiko als kinderlose Frauen.
9. Lass deine Kinder impfen
Einige Krebsarten können durch Viruserkrankungen ausgelöst werden. So ist das Risiko für Leberkrebs nach einer Hepatitis-B-Infektion deutlich erhöht. Frauen, die mit dem Humanen Papillomavirus infiziert sind, haben ein erhöhtes Risiko, Gebärmutterhalskrebs zu entwickeln. Was weniger bekannt ist: Männer können sich durch Oralverkehr anstecken und Mundhöhlenkrebs entwickeln. Gegen beide Virusinfektionen gibt es Impfstoffe: Die Hepatitis-B-Impfung erfolgt im Säuglingsalter, die HPV-Impfung sollte im Alter von 9 bis 14 Jahren erfolgen.
10. Putz deine Zähne regelmässig und gründlich
Du weisst bereits, dass du regelmässig zum Zahnarzt gehen solltest, um deine Mundhöhle gründlich untersuchen zu lassen. Wichtig ist aber auch die Zahnpflege zuhause! Eine schlechte Mundhygiene kann nämlich das Risiko für Mundhöhlenkrebs erhöhen. Hier haben wir die wichtigsten Eckpfeiler einer guten Zahnpflege für dich zusammengefasst:
- Zweimal täglich etwa drei Minuten Zähne mit einer weichen Zahnbürste (zum Beispiel der CS 5460 ultra soft von Curaprox) und fluoridhaltiger Zahnpasta (zum Beispiel aus der ‘Be you’ Reihe von Curaprox) - putzen – am besten nach dem Frühstück und vor dem Schlafengehen.
- Täglich einmal die Zahnzwischenräume mit Interdentalbürsten reinigen.
- Täglich einmal die Zunge mit einem Zungenschaber reinigen.
- Mundspülung nur zur Bekämpfung von akuten Entzündungen auf Empfehlung des Zahnarztes verwenden.
Gut zu wissen:
Putzt du deine Zähne eigentlich richtig? In unserer ausführlichen Anleitung erklären wir dir Schritt-für-Schritt die effizienteste Zahnputztechnik:
Quellen
Bundesministerium für Gesundheit Früherkennung and Krebsfrüherkennung.
Deutsche Krebsgesellschaft: Vorsorge und Früherkennung, Krebsfrüherkennung: Erfolge, Chancen und Risiken, Bauchspeicheldrüsenkrebs – Früherkennung und Vorsorge and Vorbeugung und Früherkennung von Lungenkrebs
Deutsches Krebsforschungszentrum: Krebsrisiken – das sagt die Wissenschaft, Krebsvorsorge und Krebsfrüherkennung, Krebs vorbeugen: Das persönliche Krebsrisiko senken, Starkes Übergewicht vermeiden – Krebs vorbeugen, Sport und Bewegung zur Krebsvorbeugung, Ernährung und Krebsvorbeugung, Alkohol steigert das Krebsrisiko, Rauchen verursacht Krebs,
Deutsche Krebshilfe Krebsvorsorge und Krebsfrüherkennung..
Deximed: Abstrich vom Gebärmutterhals.
Radiology: Vorsorgeuntersuchung im Ganzkörper-MRT..
Gemeinsamer Bundesausschuss: Krebsfrüherkennungs-Richtlinie and Richtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses über die Früherkennung von Krebserkrankungen.
International Agency for Research on Cancer: Europäischer Kodex zur Krebsbekämpfung. .
Kassenzahnärztliche Vereinigung Rheinland-Pfalz: Zahnvorsorge ist Krebsvorsorge.
Krebsliga: Stillen.
Mühlbauer, Roland: Welche Untersuchungen es in der Schwangerschaft gibt, on: apotheken-umschau.de.
Radiology Centre Stuttgart: Ganzkörper-Scan.
Rühl, Ramona: Prostatakrebsvorsorge: Früherkennung & Untersuchungsmethoden, on: pflege.de.
Alle Websites letztmals aufgerufen am 09.04.2023.
Swiss premium oral care