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Richtige Ernährung bei Gicht: die besten Tipps

Häufig entstehen die ersten Schmerzen im Fuss. Meist kommen sie in der Nacht – ganz plötzlich und heftig. Gicht ist eine schwere Belastung für Betroffene. Glücklicherweise lässt sich die Stoffwechselerkrankung behandeln. Ein wichtiger Pfeiler der Therapie ist eine angepasste Ernährung. Was sollten Patient:innen essen und trinken? Und was besser nicht? Das erfährst du in diesem Artikel.

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Oct 2024
https://curaprox.de/blog/post/richtige-ernahrung-bei-gicht-die-besten-tipps
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Okt 2024
https://curaprox.de/blog/post/richtige-ernahrung-bei-gicht-die-besten-tipps

Definition: Was ist Gicht?

Gicht ist die schmerzhafteste Form des Rheumas. Die Stoffwechselkrankheit befällt vor allem Männer: etwa acht von zehn Patient:innen sind männlich. Außerdem ist die Gicht eher eine Krankheit des “Alters”. Meist tritt sie nach dem 40. Lebensjahr auf. Frauen leiden häufig erst nach Eintritt der Wechseljahre darunter. Insgesamt sind rund ein bis zwei Prozent der Erwachsenen in Deutschland von der Krankheit betroffen.

Menschen mit Gicht leiden unter immer wiederkehrenden starken Entzündungen von Gelenken. Wie du schon gelesen hast, ist häufig beim ersten Ausbruch der Fuß betroffen, genauer: das Grundgelenk des großen Zehs. Es können aber auch andere Gelenke schmerzen – beispielsweise die Knie-, Sprung-, Mittelfuß-, Hand- oder Fingergelenke.

Das Charakteristikum von Gicht: Sie tritt in Etappen auf. Betroffene leiden unter meist plötzlich über sie hereinbrechenden Schmerzattacken – sogenannten Gicht-Anfällen. Das betroffene Gelenk entzündet sich dann, wird sehr heiss, kann anschwellen oder sich rötlich bis bläulich verfärben. Auch ist die erkrankte Körperstelle sehr berührungsempfindlich. Ebbt ein solcher Gicht-Anfall ab, sind die Patient:innen danach in der Regel wieder beschwerdefrei. 

Es gibt allerdings auch noch die chronische Variante der Gicht. Dann leiden Patient:innen unter dauerhaften Entzündungen in ihren Gelenken, die ihnen teils stetige Schmerzen bereiten. Die Gefahr eines chronischen Verlaufs wächst, wenn die Gicht unbehandelt bleibt. Dann kann es auch zu bleibenden Gelenkverformungen kommen.

Wann bekommt man Gicht? Ursachen im Überblick

Warum Menschen an der chronischen Stoffwechselkrankheit Gicht erkranken, hat mit der sogenannten Harnsäure zu tun. Sie entsteht in unserem Körper, wenn er sogenannte Purine abbaut. Purine sind Bausteine unserer menschlichen Zellen. Sie werden aber auch über die Nahrung aufgenommen. Dort befinden sie sich im Eiweissanteil. Unser Körper entledigt sich der Harnsäure, indem er sie über den Darm, die Nieren und den Urin ausscheidet. Abbauen kann er die Harnsäure nicht. 

Wenn unser Körper nun aber zu viel Harnsäure produziert oder nicht genug davon wieder ausscheiden kann, erhöht sich die Konzentration der Harnsäure im Blut (medizinisch: Hyperurikämie). Sie bildet dann Kristalle (Harnsäuresalz-Kristalle), die sich in den Gelenken ablagern und dort Entzündungen auslösen können.

Einflussfaktor Purine

Aber warum kommt es so weit? Warum passiert es, dass unser Körper zu viel Harnsäure produziert? Zum einen gibt es einen genetischen Faktor – die Tendenz, an Gicht zu erkranken, kann also vererbt werden. 

Zum anderen spielen so genannte Lebensstil-Faktoren bei Gicht eine grosse Rolle. Gemeint sind damit eine falsche Ernährungsweise und Übergewicht (durch beispielsweise zu fettiges Essen). Konkret heisst das: Wir nehmen über die Nahrung zu viele Purine zu uns, sodass unser Körper daraufhin mit dem Ausscheiden der dadurch entstandenen Harnsäure überfordert ist. 

In welchen Lebensmitteln besonders viele Purine stecken, siehst du hier in unserer Liste. 

  • Fleisch
  • Wurst
  • Fisch
  • Meeresfrüchte
  • Innereien (z.B. Leber, Herz, Nieren)
  • Bier (auch alkoholfrei)
  • Spirituosen

Wie stark der Konsum solcher Lebensmittel mit der Erkrankung verknüpft ist, zeigt die Tatsache, dass Gicht-Anfälle häufig zügig nach deren Genuss auftreten. Es gilt also, sie zu meiden. 

Für ausserordentliche Fleischliebhaber:innen gibt es aber versöhnliche Nachrichten: Fleisch von der Pute oder vom Huhn (ohne Haut) sind in kleinen Mengen erlaubt – Putenaufschnitt ebenfalls. Auch kleine Portionen mageres Rindfleisch, Kalbs- oder Wildfleisch dürfen ab und zu auf dem Teller sein. 

Auch Fisch-Freund:innen können ein wenig aufatmen. Sie dürfen sich ein- bis zweimal pro Woche kleine Portionen (bis 125 Gramm Rohgewicht) gönnen, sollten dann aber auf folgende Meerestiere zurückgreifen: 

  • Aal
  • Heilbutt
  • Hering
  • Kabeljau
  • Karpfen
  • Lachs
  • Räuchermakrele
  • Scholle
  • Seezunge
  • Flusskrebs
  • Garnelen
  • Krabben
  • Muscheln

Gut zu wissen: 

Auch in Spargel, Spinat, Rosenkohl, Hülsenfrüchten (wie Linsen) und Pilzen stecken relativ viele Purine. Gicht-Patient:innen sollten sie aber nicht komplett meiden, sondern einfach nur in geringen Mengen essen. Denn in diesen Lebensmitteln befinden sich auch viele gute Inhaltsstoffe wie Vitamine und Ballaststoffe, die wiederum positive Effekte auf die Harnsäurewerte haben.  

Einflussfaktor Fructose

Nicht nur Purine lassen unseren Harnsäurespiegel ansteigen. Mittlerweile haben etliche Studien bewiesen, dass dies auch für Fructose (Fruchtzucker) gilt. Gemeint ist allerdings nicht die Fructose, die ganz natürlich in Obst steckt, sondern die sogenannte industrielle Fructose. Sie behindert die Ausscheidung der Harnsäure und fördert dadurch Gicht-Anfälle.

Für uns Verbraucherinnen und Verbraucher ist häufig gar nicht klar, in welchen Lebensmitteln industrielle Fructose steckt. Hier ein paar Beispiele: 

  • Diverse Fertigprodukte (zum Beispiel Kekse, Eiscreme, Pizza)
  • Süsse Getränke
  • Haushaltszucker
  • Honig
  • Gezuckerte Obstkonserven
  • Kandiertes Trockenobst

Wenn du unter Gicht leidest, solltest du im Supermarkt auf die Zutatenlisten der Lebensmittel achten. Werden dort neben Fructose auch Glukose-Fructose- oder Maissirup aufgeführt, solltest du diese Produkte meiden. Zwei Hände voll frisches Obst sind hingegen für Gicht-Betroffene in der Regel “erlaubt.” Es gibt sogar Studien, die darauf hindeuten, dass zwei Handvoll Kirschen pro Tag möglicherweise das Risiko für Gichtanfälle senken können. Rhabarber sollte hingegen tatsächlich gemieden werden.

Diese Beispiele zeigen: Ernährung bei Gicht ist ein weites Feld! Für konkrete Ernährungstipps ist es daher immer am besten, eine professionelle Ernährungsberatung in Anspruch zu nehmen. 

Einflussfaktor Übergewicht

Ab einem BMI (Body Mass Index) von mehr als 25 steigt das Risiko für die Entstehung von Gicht. Statistisch betrachtet, verdoppelt Übergewicht das Risiko für Gicht-Anfälle. Starke Fettleibigkeit (Adipositas) verdreifacht es sogar. 

Normalgewicht hingegen hilft, die Harnsäure-Konzentration wieder auf einen normalen Pegel zu bringen. Ausserdem schont es die Gelenke. Gicht-Patient:innen sollten also versuchen, über eine angepasste Ernährung und Bewegung Übergewicht zu bekämpfen. 

Gicht behandeln: Therapien im Überblick

Die Behandlung von Gicht fusst auf zwei Pfeilern: der medikamentösen und der nicht-medikamentösen Therapie. Medikamente kommen zum Einsatz, wenn die Gicht gerade akut ist, also ein Gicht-Anfall vorliegt. Dann geht es darum, dem Patienten oder der Patientin schnellstmöglich die meist sehr heftigen Schmerzen zu nehmen. Mit entsprechender Medizin gelingt das in der Regel gut: Erhält die betroffene Person innerhalb von 12 bis 24 Stunden nach Auftreten der Symptome eine sogenannte antiinflammatorische, also entzündungshemmende, Therapie, bessern sich die Beschwerden in der Regel bereits nach 24 Stunden. Als Mittel der Wahl gelten nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR), Glukokortikoide und Colchicin. Ohne Medikamente kann ein Gicht-Anfall drei Tage bis zwei Wochen anhalten. 

Neben der Akut-Behandlung mit Medikamenten spielen eine Ernährungsberatung und eine anschliessende Ernährungsanpassung eine wichtige Rolle bei Gicht. Denn, wie du schon erfahren hast, beeinflusst unsere Ernährung auch unseren Harnsäurespiegel. Eine Diät, bei der Betroffene darauf achten, möglichst purinarme Lebensmittel zu sich zu nehmen und industriellen Fruchtzucker zu meiden, kann dazu beitragen, den Harnsäurespiegel um bis zu 18 Prozent zu senken. Allerdings belegen mehrere Studien, dass weniger als 50 Prozent der befragten Gicht-Patient:innen über diesen Zusammenhang informiert werden. 

Weil die Ernährung eine grosse Rolle bei der Behandlung von Gicht spielt, widmen wir uns jetzt besonders ausführlich diesem Thema. In den nächsten Abschnitten erfährst du, welche Lebensmittel du guten Gewissens zu dir nehmen darfst. Wichtig dabei zu wissen: Wir haben hier nur eine exemplarische Auswahl getroffen. Es gibt noch viele Lebensmittel mehr, die du geniessen darfst. Nimm unsere Tipps gern als Anregung. Eine professionelle Ernährungsberatung ersetzen sie aber nicht.

Was essen bei Gicht? Purinarme Lebensmittel

Wir wissen: Menschen mit Gicht sollten darauf achten, sich möglichst purinarm zu ernähren. Aber was heisst das konkret? Wir haben dir hier einige Lebensmittel zusammengestellt, die getrost auf deinem Speiseplan stehen dürfen: 

  • Blattsalate
  • Tomaten
  • Paprika
  • Radieschen
  • Fenchel
  • Karotten
  • Gurke
  • Weisskohl
  • Zwiebeln
  • Kartoffeln
  • Reis
  • Teigwaren
  • Getreideprodukte
  • Milch und Milchprodukte
  • Käse
  • Eier
  • Nüsse

Du siehst, vor allem bei Gemüse darfst du kräftig zuschlagen. Das heisst auch, dass eine purinarme Ernährung sehr gut mit veganer und vegetarischer Ernährung vereinbar ist.

Menschen, die unter Gicht leiden, sollten zudem öfter zu Milch, fettarmen Milchprodukten und Eiern greifen, da sie eine wertvolle Eiweissquelle sind. Ausserdem regt Milch die Ausscheidung von Harnsäure über die Nieren an.

Und: Viel trinken ist wichtig! Empfohlen werden zwei bis drei Liter Wasser pro Tag. Auch ungesüsste Kräuter- und Früchtetees sind erlaubt – ebenso bis zu drei Tassen frisch gebrühter Kaffee pro Tag. 

Ketogene Ernährung trotz Gicht?

Viele fragen sich, ob sie bei Gicht auch nach der sogenannten ketogenen Ernährungsweise leben dürfen. Um es vorweg zu nehmen: Günstig ist das nicht. Aber erst einmal zur Erklärung: Bei der ketogenen Ernährung verzichtet man weitgehend auf den Konsum von Zucker, Getreide, Obst und stärkehaltigen Pflanzen. Dafür rücken Salat, grünes Gemüse und fettreichere Lebensmittel wie Fisch, Fleisch, Käse, Nüsse, Samen, Avocados und Olivenöl in den Vordergrund. 

Hintergedanke dabei: Der Stoffwechsel soll “umprogrammiert” werden. Der Körper lernt, dass er sich seine Energie aus Fetten und Eiweiss zieht – und nicht aus Zucker und Kohlenhydraten. In der Leber produziert er eine Art Ersatz-Treibstoff; die Ketone. Heisshunger auf Süsses bleibt aufgrund der erhöhten Fettzufuhr dann aus. Ketogene Ernährung soll einen positiven Einfluss auf Krankheiten wie Multiple Sklerose oder Parkinson haben. Aber nicht alle profitieren: Schwangere und Menschen mit Nieren- oder Herzleiden sollten sich nicht langfristig ketogen ernähren. 

Und wie sieht es mit der Gicht aus? Fest steht, dass auf einem ketogenen Speiseplan viele Dinge stehen, die bei Gicht ganz und gar nicht empfohlen werden – nämlich unter anderem Fleisch. Ausserdem können die Ketonkörper, die sich aufgrund der ketogenen Ernährung bilden, die Harnsäureausscheidung behindern und so sogar einen akuten Gicht-Anfall auslösen.

Kurz-Info Arthrose: Die wichtigsten Ernährungstipps 

Die Empfehlungen zur Ernährung bei Gicht unterscheiden sich nicht stark zu denen bei Arthrose. Arthrose ist eine Verschleisserkrankung, bei der sich der schützende Gelenkknorpel mit der Zeit abnutzt, rau wird und zerfasert. Im Endstadium reiben die Knochen aufeinander, was sehr schmerzhaft ist. Wie bei der Gicht auch, liegt bei Arthrose ein Entzündungsprozess zugrunde. Deshalb ist es wichtig, entzündungshemmend zu essen. Betroffene sollten viel Gemüse auf ihrem Teller vorfinden. Fleisch und Wurst sowie Fertigprodukte sollten sie, wie Gicht-Patient:innen auch, meiden. Gesunde Pflanzenöle sind hingegen förderlich.

Kurz-Info Rheuma: Die wichtigsten Ernährungstipps 

Rheuma ist ein Überbegriff für mehr als 100 verschiedene Krankheiten – die schmerzvollste unter ihnen ist die Gicht. Von Rheuma betroffen sind entweder Gelenke, Muskeln, Knochen oder Sehnen, die häufig entzündet sind. Die rheumatoide Arthritis ist die häufigste Erkrankungsform. Rheuma-Patient:innen sollten Omega-3-Fettsäuren zu sich nehmen, da sie sich positiv auf die Erkrankung auswirken und Entzündungen reduzieren. Sie sind vor allem in Hering, Lachs, Makrele, Sardine sowie Rotbarsch enthalten. Ausserdem stecken sie in diversen Pflanzenölen wie Rapsöl, Walnussöl, Leinöl, Sojaöl und Weizenkeimöl. Auch fettarme Milchprodukte werden empfohlen.

Was viele nicht wissen: Eine rheumatoide Arthritis kann auch zu Veränderungen in der Mundhöhle führen. Besonders betroffen ist in solchen Fällen der sogenannte Zahnhalteapparat – die Gesamtheit des Zahnfleischs und der Knochen. Patient:innen mit einer rheumatoiden Arthritis leiden deutlich häufiger an einer Entzündung des Zahnhalteapparates – der Parodontitis. Wird sie nicht behandelt, kann sie zu Zahnverlusten führen. Du möchtest mehr über Parodontitis erfahren und wie du ihr vorbeugen kannst? Dann lies gern unseren Artikel: 

 

Parodontitis: Symptome, Ursachen und die richtige Behandlung

Kurz-Info Diabetes Typ 2: Die wichtigsten Ernährungstipps

Diabetes mellitus ist eine Stoffwechselkrankheit und eine häufige Nebenerkrankung (Komorbidität) von Gicht. Dabei sammelt sich Zucker im Blut, da die Körperzellen nicht ausreichend auf das Hormon Insulin reagieren und zu wenig Zucker aus dem Blut aufnehmen. Ernährung spielt bei Diabetes Typ 2 eine grosse Rolle: Bei einigen Patient:innen reicht es schon aus, sie entsprechend umzustellen und dazu noch abzunehmen und sich mehr zu bewegen, um die Krankheit in den Griff zu bekommen. Wichtig ist, dass sich Betroffene ausgewogen und abwechlungsreich ernähren und auf nährstoffreichen und wenig verarbeitete Lebensmittel mit vielen Ballaststoffen setzen. Energiereiche Lebensmittel mit zugesetzten Zuckern und stark verarbeitetes Getreide (sogenanntes raffiniertes Getreide) sollten sie meiden. 

Kurz-Info Niereninsuffizienz: Die wichtigsten Ernährungstipps

Auch die Niereninsuffizienz zeigt sich häufig bei Gicht-Patient:innen – so wie auch Diabetes Typ 2. Vermutet wird, dass der erhöhte Harnsäurespiegel bei Menschen mit Gicht die Nieren belastet, was dann zu der chronischen Niereninsuffizienz führt; was wiederum den Anstieg des Harnsäurespiegels begünstigt. Ernährungsempfehlungen für Betroffene sind komplex und sollten von einer Ärztin oder einem Arzt ausgesprochen werden. Generell lässt sich sagen, dass die “Mittelmeer-Diät” vorteilhaft sein kann. Hierbei stehen Mischkost aus frischem Obst und Gemüse, viel Fisch und wenig rotes Fleisch auf dem Programm. Für die Zubereitung wird Olivenöl verwendet.

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