Das Wichtigste in Kürze
- Definition: Zungenkrebs ist ein bösartiger Tumor im Zungenbereich und eine Unterform von Mundhöhlenkrebs.
- Prognose: Je früher Zungenkrebs erkannt wird, desto höher sind die Heilungschancen. Bei Erkennung im Frühstadium beträgt die Fünf-Jahres-Überlebensrate 80 Prozent; je nach Lage liegt der Durchschnittswert bei 15 bis 50 Prozent.
- Symptome: Zu den ersten Anzeichen zählen rote oder weisse Flecken (Leukoplakie) auf der Zunge, wunde Stellen und ein Fremdkörpergefühl.
- Ursachen:Rauchen, häufiger Alkoholkonsum, einseitige Ernährung, schlechte Mundhygiene und HPV-Viren zählen zu den häufigsten Risikofaktoren.
- Diagnose: Der Arzt oder die Ärztin entnimmt eine Gewebeprobe, die nachweisen kann, ob ein Tumor vorliegt. Im Anschluss folgen bildgebende Verfahren wie MRT, CT, Ultraschall oder Röntgen.
- Behandlung: Wenn möglich, wird der Tumor bei Zungenkrebs operativ entfernt. Im Anschluss können Strahlen-, Chemo- oder Immuntherapie folgen – auch eine Kombination ist möglich.
- Prophylaxe: Wer sich vor Zungenkrebs schützen möchte, sollte mit dem Rauchen und regelmässigen Alkoholkonsum aufhören, auf eine besonders gründliche Mundhygiene achten und zahnärztliche Kontrolluntersuchungen wahrnehmen.
Gut zu wissen:
In diesem Artikel geht es um die Besonderheiten von Zungenkrebs, einer Unterform von Mundhöhlenkrebs. Ausführlichere Informationen, insbesondere zur Diagnostik und Behandlung, findest du in unserem Hauptartikel “Was tun bei Mundhöhlenkrebs?”
Definition: Was ist Zungenkrebs?
Zungenkrebs (Fachbegriff Zungenkarzinom) ist ein bösartiger Tumor im Zungenbereich und fällt in die Kategorie Mundhöhlenkrebs. Besonders häufig ist Zungenkrebs auf den vorderen zwei Dritteln der Zunge – entweder seitlich, direkt auf der Zunge oder auf der Zungenunterseite. Bei Tumoren unter der Zunge handelt es sich in der Regel um Mundbodenkrebs und nicht um Zungenkrebs. Wenn Zungenkrebs weit hinten auf dem letzten Drittel der Zunge entsteht, kann man auch von Rachenkrebs sprechen.
Bei etwa 95 Prozent der Fälle geht Zungenkrebs von der obersten Schicht der Mundschleimhaut, dem Plattenepithel, aus. Zungenkrebs kann Metastasen in den Lymphknoten bilden und auch über die Blutbahn in andere Organe gelangen und dort lebenswichtige Funktionen beeinträchtigen.
Gut zu wissen: Was genau ist eigentlich Krebs?
Krebs entsteht, wenn die normale Zellerneuerung aus dem Gleichgewicht gerät. Krebszellen mit veränderter Erbinformation werden vom Immunsystem nicht erkannt und verbreiten sich schneller als gewöhnliche Zellen. Dadurch werden gesunde Zellen verdrängt und der Tumor wächst. Gefährlich wird es, wenn sich die Krebszellen durch Metastasen im Körper ausbreiten und lebenswichtige Organe befallen.
Häufigkeit von Zungenkrebs
In der Kategorie Mundhöhlenkrebs gehört Zungenkrebs zu den häufigsten Krebsformen. Da in der Statistik nicht zwischen den verschiedenen Mundhöhlenkrebsarten differenziert wird, liegen hier allerdings keine genauen Zahlen vor. An Mundhöhlenkrebs erkranken jährlich weltweit zwischen 200’000 und 350’000 Menschen – in Deutschland etwa 12’000 und in der Schweiz 1’200. Tendenz steigend.
Dabei sind immer häufiger Menschen betroffen, die nicht in die Hauptrisikogruppe von Männern im Alter über 65, die rauchen und regelmässig Alkohol trinken, fallen. Diese Gruppe macht nach wie vor zwei Drittel der Betroffenen aus. Allerdings haben immer häufiger auch Frauen oder jüngere Menschen Zungenkrebs – zum Teil bereits mit 20 oder 30 Jahren. Bei Kindern ist Zungenkrebs sehr selten.
Prognose: Ist Zungenkrebs heilbar?
Bei Krebserkrankungen wird die Lebenserwartung in der Regel in der “Fünf-Jahres-Überlebensrate” angegeben. Dieser Wert gibt an, wie viel Prozent der Patient:innen fünf Jahre nach Behandlungsbeginn noch am Leben sind.
Die Heilungschancen von Zungenkrebs hängen stark davon ab, in welchem Stadium die Krebserkrankung diagnostiziert wird, wie groß der Tumor ist und ob sich bereits Metastasen gebildet haben. Bei einer frühzeitigen Erkennung im Anfangsstadium stehen die Heilungschancen sehr gut. Die Fünf-Jahres-Überlebensrate liegt bei bis zu 80 Prozent. Je später der Zungenkrebs diagnostiziert wird, desto niedriger ist die Wahrscheinlichkeit, dass der Zungenkrebs geheilt wird.
Neben der Grösse des Tumors bei Behandlungsbeginn ist auch die Lage entscheidend: So liegt die Fünf-Jahres-Überlebensrate für Tumore am Zungenrand zwischen 35 und 50 Prozent. Bei Tumoren auf dem Zungengrund, dem hintersten Teil der Zunge, leben fünf Jahre nach Behandlungsbeginn lediglich 15 bis 25 Prozent der Patient:innen. Auch der allgemeine Gesundheitszustand der betroffenen Person spielt eine grosse Rolle bei der Lebenserwartung.
Gut zu wissen:
Vielen Betroffenen hilft es, wenn sie sich nach der Diagnose Erfahrungsberichte von Menschen durchlesen oder anschauen, die Zungenkrebs bereits überwunden haben und von ihrer Erfahrung mit der Zungenkrebs-OP und anderen Behandlungsformen berichten. Das hilft auch bei der realistischen Einschätzung, was bei der Behandlung auf Betroffene zukommt. Auch Selbsthilfegruppen und soziale Einrichtungen können Unterstützung bieten. Mehr Infos dazu findest du in der Patientenleitlinie für Mundhöhlenkrebs.
Symptome: Wie erkennt man Zungenkrebs?
Von der Vorstufe über erste Anzeichen bis hin zum tödlichen Endstadium durchläuft der Zungenkrebs einige Stadien. Häufig bleibt die Krebserkrankung lange Zeit unerkannt, da sie in der Anfangsphase keine Schmerzen verursacht. Hier findest du Auflistungen von Symptomen sowie Bilder von Vorstufe, Anfangsstadium und fortgeschrittenem Stadium.
Leukoplakie: Mögliche Vorstufe von Zungenkrebs
Bei einer Leukoplakie verändert sich die Zungenschleimhaut: Auf der obersten Schicht der Zungenschleimhaut bilden sich Verhornungen, die durch das feuchte Milieu im Mund aufquellen und sich weiss färben. Das Resultat: weisse Flecken auf der Zunge. Ursachen für eine Leukoplakie sind Verletzungen der Schleimhaut, schlechte Mundhygiene, Rauchen, Alkoholkonsum, ungesunde Ernährung sowie Viren- oder Pilzbefall.
Eine Leukoplakie ist in der Regel harmlos, wenn sie behandelt wird. Unbehandelt kann daraus allerdings Zungenkrebs entstehen. Schätzungsweise 30 Prozent der unbehandelten Leukoplakien können zu einem bösartigen Tumor werden. Deshalb solltest du weisse Flecken auf der Zunge unbedingt ernst nehmen und ärztlich untersuchen lassen.
Erste Anzeichen von Zungenkrebs
Im Anfangsstadium bleibt Zungenkrebs oft unbemerkt. Deshalb ist es wichtig, dass du jedes kleine “Wehwehchen” im Zungenraum ernst nimmst. Schliesslich könnte es ein erster Hinweis für Zungenkrebs sein.
In der Anfangsphase sind folgende Symptome möglich:
- Weisse oder rötliche Flecken auf der Zunge
- Wunde Stellen am Zungenrand oder an der Unterseite der Zunge
- Stechen oder Brennen
- Fremdkörpergefühl/Taubheitsgefühl
- Blutungen im Zungenbereich (ohne vorherige Verletzung der Schleimhaut)
- Erhöhter Speichelfluss
- Mundgeruch
Gut zu wissen:
Bei einigen medizinischen Konditionen wie zum Beispiel Herzinfarkt oder Schlaganfall unterscheiden sich die ersten Anzeichen bei Männern und Frauen. Das ist bei Zungenkrebs nicht der Fall. Symptome bei Frauen und Männern sind nach aktuellem Forschungsstand gleich.
Fortgeschrittenes Stadium
Das Wachstum des Tumors sorgt für weitere Zungenkrebs-Symptome:
- Schmerzhafte Geschwüre
- Verhärtete Erhebungen/Knoten
- Schwellungen an der Zunge
- Schluckbeschwerden
- Sprechprobleme
- Halsschmerzen, die bis in den Nacken, Unterkiefer und Ohren ausstrahlen
- Eingeschränkte Mobilität der Zunge
- Angeschwollene Lymphknoten
Das Aussehen der Tumore kann variieren: Es gibt flache und auch blumenkohlartige Tumore. Möglich sind auch mehrere Einzeltumore.
Ausserdem treten häufig allgemeine Begleiterscheinungen des Unwohlseins auf:
- Müdigkeit
- Abgeschlagenheit
- Appetitlosigkeit
- Gewichtsverlust
- Konzentrationsschwierigkeiten
- Leistungsschwäche
- Fieberschübe und Nachtschweiss
Tut Zungenkrebs weh?
Das Tumorgeschwür, das sich durch Zungenkrebs bildet, ist im fortgeschrittenen Stadium oft schmerzhaft. Ausserdem kann es zu schmerzhaften Schluckbeschwerden und Halsschmerzen kommen.
Metastasen: Wohin streut Zungenkrebs?
Im fortgeschrittenen Stadium streut Zungenkrebs über die Lymphknoten in das umliegende Gewebe. So kann es beispielsweise im Unterkieferbereich zur Bildung von Tochtergeschwüren kommen. Noch gefährlicher ist es allerdings, wenn der Krebs sich über die Blutbahn oder Lymphknoten im ganzen Körper ausbreitet und sich Fernmetastasen in lebenswichtigen Organen bilden. Besonders häufig betroffen sind Leber, Knochen und Gehirn.
Endstadium: Tödlicher Verlauf
Das Endstadium von Zungenkrebs ist unabhängig von der Grösse des eigentlichen Tumors dann erreicht, wenn lebenswichtige Organe befallen sind und ihre Funktion in absehbarer Zeit nicht mehr erfüllen können. Der Körper und das Immunsystem sind zunehmend geschwächt und eine Heilung ist nicht mehr möglich.
Hinzu kommt bei Zungenkrebs ausserdem, dass Betroffene im Endstadium häufig nicht mehr richtig essen können und deshalb stark an Gewicht verlieren.
Ursachen: Woher kommt Zungenkrebs?
Die genauen Ursachen von Zungenkrebs sind bisher nicht geklärt. Allerdings gibt es eine Reihe von Risikofaktoren, die die Entstehung von Krebs begünstigen:
- Rauchen (Zigaretten oder E-Zigaretten)
- Häufiger Alkoholkonsum (vor allem hochprozentiger Alkohol in Kombination mit Tabakkonsum)
- Infektion mit Humanen Papillomviren (HPV), Eppstein-Barr-Virus und anderen Viren
- Schlechte Mundhygiene
- Chronische Schleimhautentzündungen
- Entzündungen am Zungenrand durch schlecht sitzende Prothesen
- Einseitige Ernährung mit nitrithaltigen Lebensmitteln (zum Beispiel Wurst und Pökelfleisch)
Gut zu wissen: Ist Zungenkrebs ansteckend?
Nein, Zungenkrebs ist nicht ansteckend. Allerdings ist zu beachten, dass einige Viren als Risikofaktor gelten und sehr wohl ansteckend sind. Humane Papillomviren sind zum Beispiel vor allem als Auslöser für Gebärmutterhalskrebs bekannt und können durch Oralverkehr übertragen werden. Sie gelten als Hauptursache für Mundhöhlenkrebs bei Menschen unter 30. Mittlerweile kann man Kinder und Jugendliche bereits gegen HPV impfen lassen.
Diagnose: Arztwahl bei Zungenkrebs
Bei Verdacht auf Zungenkrebs solltest du dich möglichst schnell ärztlich durchchecken lassen. Schliesslich stehen die Chancen auf Heilung deutlich besser, wenn du die Behandlung möglichst früh beginnst.
Welcher Arzt bei Zungenkrebs?
Die erste Anlaufstelle ist dein Hausarzt beziehungsweise deine Hausärztin. In der ersten Untersuchung wird eine Gewebeprobe von der betroffenen Stelle entnommen, die Aufschluss darüber gibt, ob es sich tatsächlich um einen Tumor handelt oder nicht. Gegebenenfalls überweist dein Hautarzt dich an einen HNO-Arzt oder Onkologen – einen Spezialisten für Krebs. Ausserdem können bildgebende Verfahren wie Computertomographie (CT), Magnetresonanztomographie (MRT), Ultraschall und Röntgen zum Einsatz kommen, um den Schweregrad des Tumors zu ermitteln. Blutwerte geben allerdings keinen Aufschluss über eine mögliche Erkrankung an Zungenkrebs.
Bei der Bestätigung des Verdachts auf Zungenkrebs erfolgt die Behandlung von einem Expertenteam mit Vertreter:innen aus allen relevanten medizinischen Fachgebieten. Ausführlichere Informationen zur Diagnose und Klassifizierung des Tumors findest du in unserem Artikel zu Mundhöhlenkrebs.
Gut zu wissen:
Weil Zungenkrebs im Anfangsstadium eher unauffällig ist, erkennt der Zahnarzt Zungenkrebs häufig zuerst. Bei einer Kontrolluntersuchung untersuchen Zahnärzt:innen nämlich nicht nur die Zähne, sondern in der Regel auch die Zunge und das Zahnfleisch. Auch HNO-Ärzt:innen oder Kieferorthopäd:innen können bei einer Untersuchung Anzeichen für Zungenkrebs entdecken.
Behandlung von Zungenkrebs
Bei der Behandlung kommt es darauf an, wie weit fortgeschritten der Zungenkrebs ist, an welcher Stelle er sich befindet und ob sich bereits Metastasen gebildet haben. Hier stellen wir die möglichen Behandlungsmethoden nur sehr knapp vor. Weiterführende Informationen und Angaben zu den Nebenwirkungen von Bestrahlung, Immuntherapie und Chemotherapie findest du in unserem Hauptartikel zu Mundhöhlenkrebs. Noch umfangreicher sind der Blaue Ratgeber der Deutschen Krebshilfe und die Patientenleitlinie Mundhöhlenkrebs. Dort findest du auch wichtige Informationen über Patientenrechte.
In der Regel steht bei Zungenkrebs eine Operation an, in der der Tumor entfernt wird. Um einen Rückfall zu verhindern, kann im Anschluss eine Strahlen-, Immun- oder Chemotherapie oder auch eine Kombination dieser Methoden erfolgen. In einigen Fällen können die Tumore des Zungenkrebs aufgrund ihrer Lage oder Grösse nicht operativ entfernt werden. Dann erfolgt in der Regel eine Kombination aus Strahlen- und Chemotherapie.
Im Anschluss an die Behandlung folgen ein Aufenthalt in einer Rehaklinik sowie regelmässige Nachkontrollen, um ein mögliches Rezidiv – eine Neubildung des Tumors – frühzeitig zu erkennen.
Operation bei Zungenkrebs
Ziel der Operation ist es, den Tumor vollständig aus der Zunge zu entfernen und dabei die Zungenfunktion so gut wie möglich zu erhalten. Im vorderen Teil der Zunge ist dies oft relativ gut möglich. Zu komplexeren Eingriffen kommt es bei Zungenkrebs auf dem hinteren Zungenteil. Bei der OP entfernt der Chirurg neben dem Tumorgewebe häufig auch einen Teil des gesunden Gewebes, da sich im Umkreis des Tumors kleine, nicht sichtbare Auswachsungen befinden können. Wenn sich bereits Metastasen in den Lymphknoten des Halses gebildet haben oder der Verdacht darauf besteht, entfernt der Chirurg diese ebenfalls. Die Operation kann mit einem Laser erfolgen.
Wenn bei der OP grosse Teile der Zunge entfernt werden und dadurch die Sprach-, Kau- oder Schluckfunktion beeinträchtigt werden könnte, rekonstruieren die Chirurg:innen die Zunge, um die ursprüngliche Form wiederherzustellen. Hierzu entnehmen sie einer anderen Körperstelle – beispielsweise dem Unterarm – Gewebe und setzen es an der Zunge wieder ein. So können Funktion und Erscheinungsbild erhalten bleiben. Betroffene müssen sich allerdings darauf einstellen, dass sie sich an die neue Zunge zunächst gewöhnen müssen, was ein monatelanger Prozess sein kann.
Herausforderungen nach der Zungenkrebsbehandlung
Die Zunge ist ein wichtiges Körperorgan. Ohne sie können wir nicht sprechen und schlucken. Ausserdem befinden sich die Geschmacksknospen auf der Zunge. Bei der Krebsbehandlung kann es durch den operativen Eingriff oder die Bestrahlung zu massiven Einschränkungen dieser wichtigen Funktionen kommen. Deshalb ist das Ziel der Behandlung nicht nur die Entfernung des Tumors, sondern auch die Beibehaltung beziehungsweise Wiederherstellung der Zungenfunktion. Folgende Herausforderungen können nach einer erfolgreichen Krebstherapie auf Zungenkrebs-Patient:innen zukommen:
Neu sprechen lernen
Wenn bei der Zungenkrebs-OP Teile der Zunge entfernt werden, kann es zur Beeinträchtigung des Sprachvermögens kommen. Häufig klingt die Stimme leiser und etwas heiser und bestimmte Worte bereiten beim Aussprechen Probleme. Die Beschwerden können vorübergehend oder dauerhaft sein. Eine logopädische Behandlung kann Betroffenen dabei helfen, das Sprachvermögen wiederherzustellen.
Neu essen lernen
Die Schluckfunktion stellt ebenfalls grosse Herausforderungen für Zungenkrebs-Patient:innen dar und muss trainiert werden. Während der Krebstherapie kann es vorübergehend zum Einsatz einer Ernährungssonde kommen. Um sich nach der Behandlung wieder ans Essen zu gewöhnen, sind weiche Speisen wie Suppen, Brei und Joghurt besonders geeignet. Bei entzündeter Mundschleimhaut sollten Patient:innen auf saure Lebensmittel wie Zitrusfrüchte oder harte Lebensmittel wie Chips verzichten. Statt den gewöhnlichen drei Hauptmahlzeiten empfehlen sich hier mehrere kleine Mahlzeiten.
Gut zu wissen:
Bei Krebsbehandlungen kommt es häufig zu Entzündungen der Mundschleimhaut und auch die Wunde ist nach der Operation sehr empfindlich. Eine sanfte Reinigung für frisch operierte oder entzündete Münder bietet die CS Surgical Zahnbürste mit ganz besonders weichen Borsten. Zum Schutz vor Entzündungen kann zusätzlich eine antibakterielle Mundspülung mit Chlorhexidin sinnvoll sein. Die Mundspülung Perio plus Regenerate von Curaprox unterstützt zusätzlich die Wundheilung und enthält ein natürliches Extrakt aus der Bitterorange, um die Wirkung von Chlorhexidin zu verstärken.
Veränderung des Geschmackssinns
Die Zungenkrebs-OP entfernt nicht nur den Tumor, sondern zum Teil auch Geschmacksknospen. Kein Wunder also, dass einige Speisen nach der Behandlung anders schmecken als zuvor. Diese Veränderung ist irreversibel. Probiere am besten einfach aus, was dir mit deinem neuen Geschmackssinn schmeckt und was nicht.
Trockener Mund
Besonders nach einer Strahlentherapie klagen Patient:innen häufig über dauerhafte Mundtrockenheit. Am besten hast du stets eine Wasserflasche griffbereit und nimmst auch über die Nahrung in Form von Suppen und weichen Speisen viel Flüssigkeit auf. Zuckerfreie Lutschbonbons können ebenfalls Abhilfe schaffen. In unserem Artikel zum Thema Mundtrockenheit findest du zahlreiche weitere Tipps, wie du das Trockenheitsgefühl loswirst.
Gut zu wissen:
Mundtrockenheit ist nicht nur unangenehm, sondern tatsächlich gefährlich für deine Zähne, weil die kariesschützende Wirkung des Speichels fehlt. Deshalb ist bei Mundtrockenheit eine gründliche Mundhygiene besonders wichtig. Um die Speichelproduktion anzukurbeln, kannst du zuckerfreie Kaugummis kauen oder auch eine speichelfördernde Zahnpasta verwenden. Die Zahnpasten der Enzycal Reihe von Curaprox enthalten drei Enzyme, die auch natürlich im Speichel vorkommen, und so deine Zähne schützen und den Speichelfluss anregen.
Prophylaxe: So kannst du Zungenkrebs vorbeugen
Auch wenn bisher nicht geklärt ist, was letztendlich der ausschlaggebende Faktor für die Entstehung von Krebs ist, kannst du doch einige der Risikofaktoren eliminieren und so dafür sorgen, dass die Wahrscheinlichkeit, an Zungenkrebs zu erkranken, deutlich sinkt.
Rauch- und Alkoholstopp
Übermässiger Alkohol- und Tabakkonsum ist der Risikofaktor Nr. 1 für Mundhöhlenkrebs. Wer raucht und regelmässig hochprozentigen Alkohol konsumiert hat ein 30-mal so hohes Risiko, an Mundhöhlenkrebs zu erkranken als Nichtraucher:innen, die nicht regelmässig trinken. Deshalb ist der wirkungsvollste Schutz vor Zungenkrebs auch, mit dem Rauchen und Trinken aufzuhören. So wirst du ausserdem weniger anfällig für alle anderen Arten von Krankheiten im Mundbereich – inklusive Karies und Parodontitis. Auch deine Leber und Lunge werden es dir danken, wenn du auf einen gesunden Lebensstil umsattelst.
Regelmässige Kontrolluntersuchungen
Da Zungenkrebs häufig “zufällig” vom Zahnarzt erkannt wird, ist es wichtig, dass du regelmässig Kontrolluntersuchungen wahrnimmst. Falls sich Zungenkrebs in deinem Mund ausbreiten möchte, hat er schliesslich deutlich schlechtere Karten, wenn du ihn bereits im Anfangsstadium entdeckst. Einige Zahnarztpraxen bieten auch eine spezielle Früherkennungsuntersuchung an.
Wichtig: Falls du eine Zahnprothese trägst, solltest du ebenfalls regelmässig untersuchen lassen, ob sie richtig sitzt und sie gegebenenfalls unterfüttern lassen. So vermeidest du Druckstellen und Hautreizungen, die sich entzünden und ebenfalls ein Risikofaktor für Zungenkrebs sind.
Zunge regelmässig selbst untersuchen
Strecke deine Zunge nach dem Zähneputzen einfach weit raus und untersuche sie von allen Seiten nach Auffälligkeiten. Das können beispielsweise Flecken, Verfärbungen oder Wucherungen sein. Bewege die Zunge nach links und rechts, damit du die Seitenränder begutachten kannst. Hebe die Zunge zum Schluss an, sodass du auch die Unterseite untersuchen kannst.
Auf gute Mundhygiene achten
Schlechte Mundhygiene ist ebenfalls ein Risikofaktor für Zungenkrebs. Zu einer guten und gründlichen Mundhygiene gehören folgende Punkte:
- Täglich zweimal Zähne putzen – nach dem Frühstück und vor dem Schlafengehen
- Täglich einmal Zahnzwischenräume mit Interdentalbürste reinigen
- Täglich einmal Zunge mit Zungenschaber reinigen
Wie genau du die jeweiligen Hilfsmittel einsetzt und was nach aktuellem Forschungsstand die effizienteste Zahnputztechnik ist, erfährst du hier:
Anleitung: Zähne richtig putzen
Anleitung: Richtig Zähne putzen mit der elektrischen Zahnbürste
Gut zu wissen:
Viele Menschen machen beim Zähneputzen den Fehler, eine zu harte Zahnbürste zu verwenden. Tatsächlich hat eine weiche Zahnbürste eine viel gründlichere Reinigungskraft und ist dabei deutlich sanfter zum Zahnfleisch. Die Zahnbürsten von Curaprox werden von Zahnärzt:innen auf der ganzen Welt empfohlen, weil sie dank eines besonders dichten Borstenkopfes mit bis zu 12’460 Borsten deutlich gründlicher gegen Plaque vorgehen können als herkömmliche Zahnbürsten mit durchschnittlich 500 Borsten.
Quellen
Braunstein, Claudia: Mein Leben acht Jahre nach der Diagnose Zungenkrebs, on: geschmeidigekoestlichkeiten.de.
Deutsche Krebshilfe: Krebs im Mund-Kiefer-Gesichtsbereich (Die blauen Ratgeber).
Deutsches Krebsforschungszentrum (DKFZ): Wie entstehen Metastasen?
D'Souza, G. et al: Understanding personal risk of oropharyngeal cancer: risk-groups for oncogenic oral HPV infection and oropharyngeal cancer, in: Annals of Oncology. 2017.
Gently: How to manage the dental treatment of the oncology patients?
Gesellschaft für Sexualwissenschaft e.V.: Oralsex kann Tumor im Mund-Rachen-Bereich auslösen.
Gesundheit.gv.at (Austrian public health portal): Zungenkrebs
Högemann, Astrid et al: Zungenkarzinom, at: flexikon.docchceck.com.
Kahle, Charly: Zungenkrebs, on: meine-gesundheit.de
Lang, Carina: Zungenkrebs (Zungenkarzinom): Anzeichen und Behandlung, on: gesundheit.de.
Leitlinienprogramm Onkologie (Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften e. V. (AWMF), der Deutschen Krebsgesellschaft e. V. (DKG) und der StiftungDeutsche Krebshilfe(: Patientenleitlinie Mundhöhlenkrebs.
Leitlinienprogramm Onkologie: S3-Leitlinie Diagnostik und Therapie des Mundhöhlenkarzinoms.
Let's Talk about Mouth Cancer: #mouthcheck.
Morisch, Susanne: Metastasen, on: journalonko.de.
NetDoktor: Zungenkrebs.
Rühl, Ramona: Krebsstadien: Verlauf, Stadien & Krebstod, on: pflege.de.
University Hospital Zurich (USZ): Leukoplakie.
Alle Websites letztmals aufgerufen am 21.07.2023.
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